Kindertageseinrichtungen
Lebensraum Kindertagesstätte
Evangelische Kindertagesstätten gibt es in vielen Kirchengemeinden oder diakonischen Einrichtungen. Die meisten Kindertagesstätten haben altersgemischte Gruppen, viele arbeiten integrativ.
- Eine evangelische Kindertagesstätte ist ein kindgerecht gestalteter Lebensraum, in dem sich jedes Kind in seinen Begabungen und Eigenschaften entfalten kann und altersgemäß, individuell und Familien ergänzend gefördert wird. Hier können alle Wertschätzung und Anerkennung erfahren, Gemeinschaft und Hilfe erleben, Gelingen, Glück und Gaben als geschenkte Gnade sehen, Unvollkommenheit akzeptieren lernen, in Offenheit, Respekt und Achtung miteinander das Leben gestalten.
- Evangelische Kindertagesstätten sorgen durch ihre Bildungsarbeit für Chancengleichheit und tragen durch Teilhabegerechtigkeit zur Armutsprävention bei.
- Evangelische Kindertagesstätten sind einer alle Kinder einbeziehenden Pädagogik verpflichtet, d. h. sie akzeptieren die unterschiedlichen individuellen kognitiven, emotionalen, physischen, künstlerischen und sozialen Fähigkeiten aller Kinder. Sie grenzen kein Kind aus, sondern realisieren ein verändertes Verständnis von Individualität und Vielfalt in einer Gesellschaft.
- Evangelische Kindertagesstätten begleiten Kinder in ihrer religiösen Entwicklung. Sie eröffnen Kindern den Zugang zu Inhalten und Ausdrucksformen des christlichen Glaubens und ermöglichen sinnstiftende Deutungen ihrer Umwelt.
- Evangelische Kindertagesstätten sind Lernorte für partizipatorische Prozesse. Die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen verstehen die Kinder als Experten und Expertinnen in eigener Sache.
Krippen
„Betreuungseinrichtungen für Kinder zwischen Null und drei Jahren sind weit mehr als Versorgungseinrichtungen für Kinder berufstätiger Eltern. ‚Bildung beginnt mit der Geburt‛ ist kein Schlagwort, sondern wird gestützt durch Erkenntnisse aus Hirnforschung und Neurobiologie der Bindung.“ *
Die evangelische Kindertagesstätten der Landeskirche Hannovers öffnen sich in der Altersmischung für kleinere Kinder. Sie stellen sich den Fragen nach einem angemessenen pädagogischen Konzept, nach einer guten Raumausstattung, sowie nach veränderten Zeitabläufen und Arbeitsinhalten,
die für das Alter der ganz Kleinen stimmig sind. Eine weitere Herausforderung ist die religionspädagogischen Begleitung der
Kinder von 0-3.
Familienzentren
In Familienzentren sollen Kinder individuell gefördert und ihre Stärken und Schwächen früher erkannt werden. Eltern sollen in Fragen der Erziehung, Bildung und Gesundheit gezielter und frühzeitiger begleitet werden. „Erziehung regelt sich eben nicht von allein, wie es noch vor wenigen Jahrzehnten verbreitete Meinung war“, so Antje Stoffregen, Synodale aus Lüneburg: „Von Armut betroffene Familien brauchen andere Hilfe als jene Familien, die sich fragen, ob ihr Kind neben dem Englischkurs nicht auch gleich den Chinesischkurs belegen sollte“.
„Das Kind im Mittelpunkt“
Die Broschüre „Das Kind im Mittelpunkt“ gibt Leitlinien für die Arbeit in evangelischen Kindertagesstätten vor. Grundlage der neuen Leitlinien ist die UN-Kinderrechtskonvention.
„Gott in der Krippe“
Die Arbeitshilfe „Gott in der Krippe“ gibt in einem ersten Teil einen Überblick zur frühkindlichen Entwicklung und fokussiert die darin liegenden Aspekte der religiösen Entwicklung eines Menschen.
In einem zweiten und dritten Teil sind die religionspädagogische Aufgabe und Haltung der Erzieherinnen und Erzieher sowie eine differenzierte Wahrnehmung religiöser und sozialer Milieus und Erwartungen von Eltern im Blick.
„Im Mittelpunkt Familien(zentren)“
Die Broschüre „Im Mittelpunkt Familien(zentren)“ möchte ermutigen, neue Wege bei der Bündelung der vorhandenen Stärken und Kräfte zum Wohle von Familien zu gehen.