Ehrenamt

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Taufe in Notfällen

Am seidenen Faden Bild:Rainer Sturm/pixelio.de

Vier Wochen vor dem Geburtstermin ist der kleine Niclas geboren. Die Ärzte sagen, sein Zustand sei kritisch. Die Eltern möchten, dass er getauft wird, wünschen eigentlich eine „richtige Taufe“. Doch wie viel Zeit bleibt ihnen? Die Hebamme rät ihnen zu einer „Nottaufe“. Aber der Pastor ist nicht erreichbar.

Im Notfall darf jeder Christ taufen

In solch einem Notfall oder auch bei einem Unfall darf jeder getaufte und konfirmierte Christ taufen. Das kann ein Elternteil sein, ein guter Freund der Familie, die Säuglingsschwester oder die Hebamme. Voraussetzung ist, dass die Eltern es wünschen.

Eine solche Taufe in Notfällen ist eine vollgültige Taufe. Sie ist im Anschluss dem Pfarramt an dem Wohnort der Eltern zu melden. Sie wird in das Taufregister der Kirchenbücher eingetragen. Paten können nachträglich benannt werden.

Taufformel und Wasser sind wesentlich

Die Taufe wird nach einem einfachen Ritus mit Wasser vollzogen. Gut wäre es, wenn Taufzeugen anwesend sind. Wesentlich ist die trinitarische Taufformel: „Ich taufe dich im Namen Gottes des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes“. Dabei gießt der oder die Taufende drei Mal Wasser über die Stirn des Täuflings.

Ist die Zeit da, wird die Taufhandlung durch eine kleine liturgische Feier umrahmt. Der Taufbefehl Jesu aus dem letzten Kapitel des Matthäusevangeliums wird zu Beginn gelesen, das Glaubensbekenntnis und das „Vater unser“ werden gesprochen.

Von Gott gehalten und getragen

Die „Taufe in Notfällen“ ist für uns ein sichtbares Zeichen und Versprechen, dass ein Mensch in jeder Lebenssituation, auch durch den Tod hindurch von Gott gehalten und getragen wird. Sollte der kleine Niclas seine Taufe nicht mehr erleben, oder sollte ein Kind bei der Geburt oder bereits im Mutterleib gestorben sein, gilt dennoch diese Liebe und Sorge Gottes.

 

Die „Taufe in Notfällen“

Wenn wenig Zeit zur Verfügung steht:

Wer tauft, spricht (und segnet dabei den Täufling mit dem Zeichen des Kreuzes):


Herr Jesus Christus, nimm N.N. (dieses Kind) an in deiner Barmherzigkeit.

Der/die Taufende gießt mit der Hand dreimal Wasser über die Stirn des Täuflings und spricht:


(N.N.), ich taufe dich im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen.
Der Friede des Herrn sei mit dir.

Vater unser im Himmel.
Geheiligt werde dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.

Steht mehr Zeit zur Verfügung:

Zu Beginn kann der Taufbefehl Christi gesprochen werden.


Christus spricht: Mir ist gegeben alle Gewalt im Himmel und auf Erden. Darum gehet hin und machet zu Jüngern alle Völker: Taufet sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes und lehret sie halten alles, was ich euch befohlen habe. Und siehe, ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende.

Matthäusevangelium 28,18-20

Es kann das Apostolische Glaubensbekenntnis folgen (Evangelisches Gesangbuch Nr. 804).