Konfirmandenarbeit mit Kopf, Herz und Hand

Die Konfirmandenarbeit steht in der Spannung, einerseits Jugendlichen einen Raum bieten zu wollen, in dem sie sich selbst als mündige Christen entdecken, ausprobieren und entfalten können. Andererseits ist sie an bestimmte inhaltliche Vorgaben gebunden, um Jugendliche in das Gemeindeleben hineinzunehmen. Vielerorts steht die Konfirmandenarbeit zudem vor der Herausforderung, dass sich die Jugendlichen und auch deren Eltern zwar nach wie vor der Kirchengemeinde zugehörig fühlen, ihre grundlegenden Inhalte und Ausdrucksformen jedoch nicht mehr kennen. Diese müssen erst noch erarbeitet werden.

Dennoch ist es wichtig, nicht nur den Lernstoff in den Mittelpunkt zu stellen, sondern stets von den Jugendlichen und ihrer Perspektive auszugehen: Die Kirchengemeinden machen ein Bildungsangebot, das attraktiv und lebensnah zugleich ist und den Jugendlichen ermöglicht, über verschiedene Herangehensweisen in die Gemeinde Jesu Christi hinein zu wachsen und im Glauben sprachfähig zu werden.

Um ein eigenverantwortliches, mündiges Bekenntnis zu erreichen, bedarf es inhaltlicher Grundvoraussetzungen, die gerne überschritten und weiterentwickelt werden können. Die Ordnungen für die Konfirmandenarbeit sollen diese Inhalte benennen und Eltern und Jugendlichen gleichermaßen verständlich machen. Wichtig ist, dass die Jugendlichen Einfluss darauf nehmen können, in welchem thematischen Rahmen bzw. unter welcher Fragestellung die Inhalte erarbeitet werden sollen.

Von der Grundkonzeption der Konfirmandenarbeit her muss deshalb deutlich werden, dass es während der gesamten Zeit darum geht, gemeinsam mit den Jugendlichen nach Grundtexten und Ausdrucksformen des christlichen Glaubens für ein Leben hier und jetzt in der Gemeinde zu fragen (Dimension Wissen). Die Jugendlichen sollen ihnen gemäße Ausdrucksformen des Glaubens kennen lernen und selbst gestalten und dabei Projekte und Aktivitäten im Gemeindeleben erkunden und ausprobieren können. Sie sollen in einen Gruppenbildungsprozess eingebunden sein, diesen mit gestalten und im Leben der christlichen Gemeinschaft wiederfinden (Dimension Handeln und Gemeinschaft). Und sie sollen schließlich darin begleitet werden, ihre eigenen Gaben und Fähigkeiten zu entdecken und als Persönlichkeit zu wachsen (Dimension Identitätsbildung).

Je nach inhaltlicher Schwerpunktsetzung und auch aufgrund der unterschiedlichen Begabungen und Fähigkeiten der Hauptverantwortlichen werden diese Dimensionen unterschiedlich stark zur Geltung kommen. Alle Dimensionen sollten jedoch in jeder Arbeitseinheit mit bedacht und berücksichtigt werden.