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Eltern in der Konfirmandenarbeit

Eltern in der Konfirmandenarbeit
Bild: JENS SCHMIDT - Fotolia.com  

Konfirmandenarbeit mit Elternbeteiligung bietet eine Reihe von Chancen und Ansatzpunkten für die Gestaltung der Arbeit selbst wie auch für niedrigschwellige Kontaktmöglichkeiten zu einer Altersgruppe, die durch klassische kirchliche Angebote oft nicht erreicht und angesprochen wird. Eltern sind nicht nur diejenigen, die über die Konfirmandenarbeit zu informieren sind oder die sich an verbindliche Vereinbarungen zu halten haben; wünschenswert ist ihre aktive Teilhabe am religiösen Sozialisationsprozess ihrer Kinder, der immer weniger in der Familie beheimatet ist. Konfirmandenarbeit sollte eine partnerschaftliche Unterstützung anbieten. In der Regel wird sie auch gerne angenommen.

Beim Begriff „Eltern“ ist heute von vielfältigen Konstellationen auszugehen. Neben die klassische Mutter-Vater-Kind-Familie innerhalb eines gemeinsamen Haushaltes treten zunehmend Alleinerziehende, getrennt lebende Paare, Patchwork-Familien und Großeltern, die Teile der Erziehung übernehmen. So differenziert die Gruppe der Jugendlichen zusammengesetzt ist, so differenziert ist auch das Bild der Eltern. Es finden sich verschiedene Bildungshintergründe, gesellschaftliche Milieus und eine große Bandbreite der Kirchenbindung. Fragen des persönlichen Glaubens haben bei den Eltern sehr unterschiedliche Relevanz. Eine Gemeinde, die die Mitwirkung von Eltern in der Konfirmandenarbeit anstrebt, tut gut daran, sich im Vorfeld intensiv darauf vorzubereiten. Bevor sie mit Elternarbeit startet, sollte sie sich überlegen, welche Formen realistisch und erfolgreich durchführbar erscheinen. Welche räumlichen, personellen und zeitlichen Ressourcen stehen zur Verfügung? Welches ggf. vorhandene Leitbild hat die Gemeinde?

Eine Arbeitsentlastung der Hauptamtlichen gerade in der Anfangsphase eines solchen Konfirmandenarbeits-Modells ist nicht zu erwarten. Gleichwohl decken Angebote für Konfirmandeneltern zugleich auch Bereiche der sogenannten „mittleren Generation“ ab. Insbesondere aber führt die Konfirmandenarbeit mit Elternbeteiligung konsequent hinaus aus der mancherorts noch immer anzutreffenden Unterrichtssituation „einmal die Woche – eine Stunde“. Eltern können dagegen gut mitwirken bei Blockmodellen am Wochenende, mit Blick auf Exkursionen, Praktika, Projekte und Freizeiten. Dort können Eltern ihre verschiedenen Gaben in unterschiedlichen Bereichen und Beteiligungsformen einbringen (Gruppenleitung, Organisation, handwerkliche Dinge, Fahrdienste etc.). Die Öffnung der Konfirmandenarbeit zur Beteiligung von Eltern erfordert ein hohes Maß an Transparenz, sorgfältiger Vorbereitung, Kompetenz und Sensibilität der hauptamtlich Beteiligten, was aber zugleich die Qualität in diesem Bereich deutlich verbessern kann.

Durch Transparenz und Partizipation können auch mögliche Konflikte zwischen den Erwartungen der Eltern an die Konfirmandenarbeit und der geübten Praxis in einer Gemeinde im Vorfeld aufgefangen und diskutiert werden. Die Erfahrungen der Eltern mit dem eigenen Konfirmandenunterricht unterscheiden sich häufig von dem, was ihre Kinder erleben. Für sie kann es interessant sein, bisher unbekannte Arbeitsformen der aktuellen Konfirmandenarbeit kennen zu lernen.

Eltern, die positive Eindrücke aus ihrer Beteiligung gewinnen, werden zu Multiplikatoren eines attraktiven Kirchenbildes in ihren jeweiligen verwandtschaftlichen Beziehungen und Freundes- bzw. Kollegenkreisen.
In der Konfirmandenarbeit mit 12 bis 14-Jährigen ist es aber auch sinnvoll, die nötige Distanz der Kinder zu den Eltern zu bedenken. Eltern sollten hier weniger eine Teamer-Rolle einnehmen, um ihren Kindern Freiräume der Abgrenzung zu belassen. Für die Mitarbeit im Unterricht sind Eltern eher ansprechbar in der zweiphasigen Konfirmandenarbeit.

Häufige Fragen rund um die Konfirmandenarbeit

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