Leben! Und wie!?
Ein vieldeutiger Titel
Das Fragezeichen neben dem Ausrufezeichen: Das kann ebenso selbstbewusste Ankündigung bedeuten oder auch verzagtes Tasten nach Orientierung. Die Situation von Jugendlichen ist damit sehr genau beschrieben. Ihr Lebensgefühl stellt die Ausstellung in den Mittelpunkt. Das Besondere ist dabei: Die Jugendlichen selbst sind die Akteure! Sie gestalten die Ausstellung und nicht die Erwachsenen! Damit ist die Grunderkenntnis der Studie »Realität und Reichweite von Jugendverbandsarbeit« aufgenommen: Gelingende Jugendarbeit muss subjektorientiert sein. Dass die Jugendlichen dabei nicht alleingelassen werden, ist selbstverständlich. Hauptberufliche aus dem kirchlichen Bereich sowie Künstlerinnen und Künstler begleiten sie während des Gestaltungsprozesses. Das ist ein spannendes Unternehmen, in dem alle Seiten voneinander lernen. Die Unterstützung hört damit nicht auf: Besonders freuen wir uns, dass dieses Projekt von der Klosterkammer und der Hanns-Lilje-Stiftung großzügig gefördert wird.
Leben und Strasse
Leben: ein unerschöpfliches Thema. Jede Ausstellung jedoch braucht einen Rahmen. So kam der Gedanke auf, mit dem Bild der Strasse zu arbeiten. "Stell dir vor, das Leben ist eine Strasse." Das war der Ausgangspunkt für alle. Das musste in irgendeiner Weise in die Gestaltung mit einfließen. "Strasse" ist ein Ort, ein Erfahrungsraum, mit dem jede und jeder etwas anfangen kann. Dieses Bild ist einerseits ganz real gemeint. Die Straße als Baukörper. Sie ist unterschiedlich gestaltet: kurz oder lang, schmal oder breit, mit Kopfsteinpflaster oder Asphalt, mit Nebenstraßen, Kreuzungen bzw. als Straßennetz, durch Tunnel, in die Ferne oder als Sackgasse usw.
In dieser Richtung hat sie unterschiedliche Funktionen: Von der Feld- und Landstraße über die Fernstraße bis zur Autobahn; von der Fußgängerzone über den Stadtring bis zur Hochstraße etc.; von der Haupteinkaufsstraße über die Spielstraße bis hin zur Kneipenstraße. An ihr liegen unterschiedliche Dinge: Häuser, Mauern, Schallschutzwände, Plätze, Fabriken, Parkanlagen usw. Andererseits ist das Bild der Straße auch im übertragenen Sinne zu verstehen: „Stell dir vor, das Leben ist eine Straße…“ – das Leben als Straße. Ein Lebensweg hat Ziele, Umwege, Stops und Aufenthalte sowie Problemstellungen, Fragen und Lösungen. Oft muss man sich bei einer Weggabelung entscheiden. Man trifft andere Menschen, kommt am gesuchten Ort an oder muss wieder aufbrechen. Was sind Hindernisse, Fragen und Probleme? Was bringt einen voran?