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Bild: Ulrich Ahrensmeier

Film & Medien

Was bleibt, wenn das Licht angeht

Traumwelt Kino
Traumwelt Kino. Bild: cleeo/photocase.com

Traumfabrik Kino: Über hundert Jahre sind vergangen von den ersten noch ruckelnden aber bewegten Bildern ohne Ton bis hin zum 3D-Kino mit Dolbysurround. Von der ersten Stunde an aber zogen die Bilder die Menschen in den Bann, und der Gang ins Kino prägt Wirklichkeit und Sehnsüchte.

Wer wollte nicht schon einmal wie der Held auf der Leinwand sein oder wünschte sich, jener träte in sein Leben. Schöne Augenblicke sind „wie im Film“, wer enttäuscht ist, glaubt „im falschen Film“ zu sitzen.

Filme erzählen Geschichten von Menschen, vom Leben und von dem, was über das Leben hinausgeht. Kurz-, Spiel- und Dokumentarfilme öffnen uns die Augen. Die bewegten und bewegenden Bildergeschichten sind Fenster zur Welt und Seismographen gesellschaftlicher, kultureller und damit auch religiöser Befindlichkeiten. Es geht um Liebe und Tod, um die Suche nach Glück und den Umgang mit Scheitern, um Schuld und im Happy End um Vergebung und Erlösung. Gute Filme bringen dies in bewegte Bilder – eine flüchtige Spielfilmlänge lang, verdichtet und in der Balance von Spannung und Entspannung als Unterhaltung konzipiert.

Die Leinwandgeschichten sind zudem oft Fenster in andere Welten. Sie sprengen oft den Rahmen des Alltags, sind „bigger than life“. Sie entführen uns in andere Länder, andere Zeiten, andere Lebensentwürfe, andere Dimensionen. Zugleich sind Anknüpfungspunkte nötig, um Nähe und Interesse zu ermöglichen – individueller, gesellschaftlicher, kultureller und religiöser Art.

Offen bleibt, was die Leinwand nicht zeigt. Die Frage nach Sinn und Ziel. Nach dem, was dem Mensch-Sein zugrunde liegt. Was bleibt, wenn das Licht angeht, der Mensch wieder sich selbst ausgesetzt ist. Hier wird Kirche und Theologie zum interessanten Gesprächspartner.

Kirche nimmt Kino wahr

Die Wahrnehmung und Bedeutung von Film und Kino hat sich im Vergleich zu früher aus kirchlicher Perspektive deutlich gewandelt.

Seit 60 Jahren vergibt die Jury der evangelischen Filmarbeit jeden Monat eine Auszeichnung zum „Film des Monats“, der im Kinomagazin „epd Film“ vorgestellt wird. Diese Auszeichnung genießt in der Filmwelt einen hohen Ruf und sorgt immer wieder dafür, dass bestimmte Filme in Kinos gezeigt werden.

Auf vielen wichtigen Filmfestivals ist die evangelische Kirche mit einer kirchlichen, oft ökumenischen Jury vertreten, seit Jahren unter anderem auf der Berlinade, in Cannes und Lucarno, in Yerevan und Montreal sowie in Oberhausen und Lübeck.

Die Evangelische Kirche ist in der Freiwilligen Selbstkontrolle (FSK) aktiv oder in der Filmförderungsanstalt (FFA). Ihr ist der Film als Kulturgut wichtig. Sie unterstützt künstlerisches Filmschaffen, indem sie immer wieder Räume zur Reflektion und Begegnung bereitstellt, so zum Beispiel bei den Arnoldsheimer Filmseminaren. Das geschieht seit Jahrzehnten und ist bei Regisseuren hoch geschätzt. Auch in der hannoverschen Landeskirche gibt es seit über zehn Jahren einen regionalen Arbeitskreis „Kirche und Film“.

epd Film

Das Kinomagazin „epd Film“ stellt monatlich interessante Filme vor und bringt Nachrichten und Themen runs um den Film.

Zur Internetpräsenz von epd Film

Medienverelih

Der Evangelische Medienverleihstelle Hannover stellt im Bereich der Ev.-luth. Landeskirche Hannovers für Schulen und Gemeinden Kurz- und Spielfilme kostenlos zur Verfügung. Für viele Filme ist eine Online-Distribution möglich.

Ev. Medienleih Hannover