Kopf Kunst+Kultur

Bild: Ulrich Ahrensmeier

Gospel, Jazz, Rock und Pop

Die Freiheit, selbst den Glauben im Lied auszudrücken

Schlagzeug
Bild: Jens Schulze

Hätte der Dichter von Psalm 150 bereits Synthesizer, E-Gitarre oder Saxophon gekannt …
Zumindest benennt er alle am Jerusalemer Tempel bekannten Instrumente und ruft somit auf, Gott mit allen musikalischen Mitteln und mit aller musikalischer Kreativität zu loben. Und Martin Luther fordert: Um den Glauben zu lehren, müsse man „wenn es hilfreich und erforderlich dafür wäre, mit allen Glocken dazu läuten lassen und mit allen Orgeln pfeifen und alles klingen lassen, was klingen kann“.

Es sind die Laien, die musikalisch engagierten Ehrenamtlichen, die die neuen Stilrichtungen in die kirchenmusikalische Szene einbringen. Damit treten sie das Erbe der Reformation an, nämlich die Freiheit, ihren Glauben selbst im Lied ausdrücken zu können.

Popularmusik in der Kirche

Ihren festen Platz in Kirche und Gottesdiensten gefunden haben inzwischen Schlagzeug, Gitarren, Saxophone und Keyboards. Die Stilrichtungen Jazz, Rock und Pop, kurz zusammen gefasst in dem Begriff Popularmusik, erklingen in gottesdienstlichen Liedern, Oratorien und Konzerten.

„Die Popularmusik hat für mich große Qualitäten in ihrer Vielschichtigkeit, Vielseitigkeit vom Meditativen bis hin zum Ekstatischen, vom Zuhören zum Mitmachen. Alle Varianten sind möglich. Und ich weiß einfach, dass viele Menschen in dieser Klangwelt, die die Musik mittransportiert, auch zu Hause sind über das tägliche Radiohören.“

Wolfgang Teichmann, Arbeitstelle für Gottesdienst und Kirchenmusik, im Norddeutschen Rundfunk

Der Funken der afroamerikanischen Kirchen

Der Funken der religiösen Lieder der afroamerikanischen Kirchen in Nordamerika hat inzwischen in vielen Gemeinden einen Gospelchor hervorgebracht und die Form der Gospelgottesdienste entstehen lassen. Im Süden von Hannover ist diese Bewegung sehr stark verbreitet.

„Ein Geheimnis liegt im ‚Atmosphärischen‘, das Gospel schon als Musikgenre ausstrahlt. Sein moderner, rhythmusbetonter Stil gibt Schwung, versetzt in Bewegung.“

Petra-Angelika Ahrens, „Gospel und Kirche“ in: Reformation und Musik, EKD-Magazin zum Themenjahr der Lutherdekade Nr. 4