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Bild: Ulrich Ahrensmeier

Geburtstage

„Endlich“ oder „Schon wieder“?

Ein bunter Blumenstrauß
Bild: Swetlana Wall - Fotolia.com

Kerzen und Kuchen, Glückwünsche und Geschenke, Besuch und Blumen, mit Familie und Freunden feiern: Vom ersten Geburtstag an gehören sie dazu.

Kinder sind an ihrem Geburtstag früh wach. Gespannt freuen sie sich auf die Geschenke und auf die Freundinnen und Freunde. Es ist aufregend, ein Jahr älter zu werden. Manche Jahreszahl wird herbeigesehnt. Endlich groß werden, und schließlich: endlich Achtzehn.

Ein gutes Jahrzehnt später wendet sich die Blickrichtung. „Trau keinem über Dreißig“ hieß es eine Zeitlang. Erste Ziele sind erreicht, doch immer noch sind Neuanfänge möglich. Das soll es noch nicht gewesen sein.

Bald naht die sogenannte zweite Lebenshälfte. Kinder sind herangewachsen. Es ist viel gelungen und erreicht, aber auch manche Hoffnung zerstört und Liebes musste losgelassen werden.

„Schon wieder ein Jahr“, sagen von nun an viele. Dann ist mit dem Geburtstag das Ende des Berufslebens erreicht. Zum ersten Mal wird „Oma“ oder wird „Opa“ gerufen. Die ersten Wehwehchen sind zu spüren. Das Lebensende kommt mehr und mehr in den Blick, auch daran, dass bereits viele vertraute Menschen zu diesem Geburtstag nicht mehr dabei sind.

Bei allem Wandel kann zu einem Geburtstag die Frage gehören: „Wofür kann ich Gott danken?“ Aber genauso hat auch die andere Frage ihren Platz: „Was möchte ich beklagen?“ War im vergangenen Lebensjahr Gottes Nähe zu spüren, oder habe ich mich von ihm verlassen gefühlt?

„Viel Glück und viel Segen“ wird oftmals gesungen. Und Segen ist ein gutes Wort im Namen Gottes. Manche Glückwünsche sind Segensworte.

Wer Geburtstag hat, darf sich etwas wünschen, auch von Gott. Vielleicht ist trotz des Trubels Zeit, über solche Wünsche nachzudenken, möglich auch mit anderen gemeinsam. Vielleicht ist mitten im Trubel Raum für Stille und Gebet.