Qualität im Gottesdienst
Kirche kalt und Predigt spitze
Entweder war die Kirche kalt oder zugig, der Pastor zu leise, die Lieder zu hoch oder zu schwer, alles in allem der Gottesdienst zu lang, oder die Predigerin oder der Prediger hat es auf den Punkt gebracht, Lieder und Texte waren gut aufeinander abgestimmt, es war eine lebendige Atmosphäre.
Am häufigsten wird nach einer Taufe, Trauung, Beerdigung oder der Konfirmation beim anschließenden Beisammensein über den Gottesdienst gesprochen. Pfarrerinnen oder Pfarrer erhalten manchmal an der Kirchentür eine kurze Rückmeldung.
Gottesdienste bieten Gesprächsstoff. Die Themen der Berichte oder Diskussionen über den Sonntagsgottesdienst reichen vom Inhalt der Predigt über Lieder bis hin zu äußerlichen Wahrnehmungen. Die Erwartungen sind zudem sehr unterschiedlich.
Manchmal dient ein negatives Urteil über einen Gottesdienst als Entschuldigung dafür, am Sonntagmorgen Zuhause zu bleiben. Doch verbirgt sich auch dahinter der Wunsch nach lebendigen, ansprechenden Gottesdiensten.
Projekte für einen lebendigen Gottesdienst
Die Qualität der Gottesdienste zu verbessern, das haben sich Landeskirche und Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) zur Aufgabe gemacht.
Bereits zwanzig Pastoren und Pastorinnen der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers haben im Mai 2011 ihre Ausbildung im Evangelischen Zentrum für Gottesdienst und Kirchenmusik (Michaeliskloster Hildesheim) zum Gottesdienstberater bzw. zur Gottesdienstberaterin abgeschlossen. Diese Ausbildung soll die Gottesdienstkultur in den Gemeinden und die Sprachfähigkeit der Haupt- und Ehrenamtlichen im Gottesdienst fördern.
In der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers wurde im Jahr 2008 das Projekt „Brannte nicht unser Herz? Gottesdienste lebendig feiern“ entwickelt. Gemeinden, die an einem lebendigen Gottesdienstkonzept arbeiten wollten, wurden beraten und begleitet: An drei Blockwochenenden in Hildesheim gab es Impulse rund um das Thema Gottesdienst.
Im Rahmen des in der EKD angestoßenen Reformprozesses wurde das „Zentrum für Qualitätsentwicklung im Gottesdienst“ im Hildesheimer Michaeliskloster eingerichtet. Das Zentrum möchte die theologische Diskussion um die Frage gottesdienstlicher Qualität vorantreiben, Chancen und Grenzen des herkömmlichen Qualitätsmanagements im gottesdienstlichen Bereich ausloten und eine umfassende Gesprächskultur über evangelische Gottesdienste fördern.
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Anregungen, wie „der Gottesdienst ins Gespräch“ gebracht werden kann, gibt eine Broschüre aus dem Zentrum für Qualitätsentwicklung im Gottesdienst.