Ehrenamt

Bild: Ulrich Ahrensmeier

Abendmahl

Abendmahlskelch und Abendmahlsteller
Bild: Klaus-Uwe Nommensen

Zwei Männer gehen auf dem Weg von Jerusalem nach Emmaus. Ihre Hoffnungen sind zerstört: Jesus war gefangen genommen worden, verurteilt und hingerichtet.

Ein Unbekannter gesellt sich zu ihnen. Er spricht sie an, sie schenken ihm Vertrauen, erzählen, was sie bewegt. Er erinnert sie an Gottes Geschichten, die Geschichten ihres Volkes.

Zuhause angekommen, bitten sie ihn zu bleiben. Was dann am Tisch geschah, berichten die Beiden später:
Wie er es übernahm, zu beten und den Segen zu sprechen, wie er das Brot brach und den Becher nahm! Das war wie an dem Abend vor Jesu Tod. Da wussten wir plötzlich: Es ist der Herr! Es ist Jesus! Er lebt!

So erzählt der Evangelist Lukas vom ersten Abendmahl nach dem Gründonnerstagabend.

Die Gegenwart Jesu feiern

So wie damals die Freunde Jesu seine Gegenwart erkannten, so können wir uns bei jeder Feier des Abendmahles dieser Gegenwart vergewissern. Die Einsetzungsworte, mit denen die Evangelisten von der Mahlfeier Jesu mit seinen Freunden vor seinem Tod berichten, benennen dies. Diese Worte erklären die Mahlfeier zum Abendmahl und unterscheiden sie damit von anderen Mahlzeiten.

Die Befreiung feiern

Jesus feiert mit seinen Freunden das Passamahl. Es ist das Mahl, mit dem das Volk Israel daran erinnert, dass Gott sie aus der Knechtschaft in Ägypten befreit hat. Jesus macht sich selbst zum Teil dieser Befreiungstat Gottes: Das Brot ist sein Leib, der Wein ist sein Blut. Mit ihm feiern wir die Befreiung aus der Knechtschaft von Schuld und Tod.

Gemeinschaft feiern

Einzelne Ähren oder Körner werden zu einem Brot, einzelne Trauben zu einem Wein oder Traubensaft. So kann die Mahlfeier sinnbildlich machen, dass die Feiernden zu der Gemeinschaft gehören, die Jesus berufen hat. Der Apostel Paulus nennt das "Leib Christi".

Mitten im Leben feiern

Die erste Mahlfeier findet statt unmittelbar vor dem Verrat eines seiner engsten Freunde, unmittelbar vor seiner Verhaftung, Verurteilung und Hinrichtung. Jesus ist sich dieser Gefahr bewusst. Er benennt sie während des Mahles. Der Verräter sitzt mit in der Runde, die Gefahr lauert mit am Tisch.

Das Teilen feiern

Jesus teilt das Brot, die Grundnahrung zum Leben, und den Wein, das Zeichen der Freude. Die ersten Christen teilen im Zusammenhang mit ihren Mahlfeiern das Essen. Paulus rügt in seinem ersten Brief an die Gemeinde in Korinth ihre Mitglieder, die für sich und so den anderen nehmen, was sie satt macht. Wer nicht teilt, so Paulus, feiert das Abendmahl "sich zum Gericht". Harte Worte, die aber deutlich machen: Was wir zum Sattwerden haben, ist nicht unser, sondern von Gott für alle Wesen gedacht.

Die Zukunft feiern

Eines Tages werde ich dieses Mahl wieder mit euch feiern, verspricht Jesus vor seinem Tod. Mit jeder Mahlfeier bekräftigen wir diese Hoffnung und erfahren einen Augenblick jener Zukunft. Noch sind wir unterwegs. Das Volk Israel hatte einen langen Weg durch die Wüste, erreichte aber das verheißene Land. Jesu Weg führte zunächst zum Ölberg, dem Ort des Verrats und der Verhaftung, in die Gerichtssäle, zur Kreuzigung, aber dann zum Leben. Der lateinamerikanische Priester und Dichter Ernesto Cardenal schreibt: „Wir sind noch nicht im Festsaal angelangt, aber wir sind eingeladen. Wir sehen schon die Lichter und hören die Musik.“

Abendmahl im Seitenbereich „Erleben“

 

E-wie-evangelisch

Als Jesus ahnte, dass das Ende nahe kommt, hat er nicht die tollsten Typen genommen, betont Thies Gundlach zum Thema Abendmahl.

e-abendmahl

Die Produktbox steht auf Grund von Wartungsarbeiten auf www.einfach-evangelisch.de nicht zur Verfügung.

Eines Tages

Eines Tages
– so glauben wir –
– so hoffen wir –
werden die Menschen zusammenströmen
aus allen Himmelsrichtungen.
Staunend werden sie entdecken,
was da geschehen wird,
was für sie vorbereitet sein wird,
und wer noch kommen wird.
Tränen werden sie in den Augen haben,
Freudentränen,
ihr Mund wird voll Lachens sein.
ihre Ohren werden hellhörig:
Diese ungeahnte Musik,
diese noch nie gehörten Worte.
Oder doch schon gehört?:
Ich bin es,
dein Gott, der dich aus der Knechtschaft befreit hat.
Die Menschen werden einander verstehen,
egal aus welcher Himmelsrichtung,
egal von welchem Platz der Erde sie kommen werden.
Sie werden einen Festsaal betreten,
Platz finden an den gedeckten Tischen.
Die Einladung ist bereits ausgesprochen:
Eines Tages werde ich dieses Mahl mit euch wieder feiern.
Das versprach Jesus seinen Freundinnen und Freunden am letzten gemeinsamen Abend,
Verrat, Verachtung und Tod vor Augen.

Eines Tages werden wir Gäste sein
beim Festmahl Gottes.
Und es wird sein,
so wie Gott es gewollt hat
von Anfang an.

Klaus-Uwe Nommensen