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Hochzeit-Trauung-Segnung

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„Ehen und Familien hat es schon immer in vielfältiger Gestalt gegeben. Nie zuvor aber gab es einen so großen Spielraum für die persönliche Wahl einer Lebensform wie in unserer Gesellschaft. Das mutet den einzelnen Entscheidungen zu, von denen sie niemand entlasten kann. Sie können aber von ihrer Kirche erwarten, dass sie ihnen Maßstäbe an die Hand gibt, mit deren Hilfe sie ihre Wünsche und Absichten überprüfen können.“

So beschreibt ein Wort des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland (Ehe und Familie, EKD-Text Nr. 50) die gegenwärtige Lage.

Aus biblischer Sicht ist die Ehe uralt

Von der Trauung ist in der Bibel nicht unmittelbar die Rede, sieht man einmal vom Buch Tobias (7f.) ab, das zu den so genannten Apokryphen (Bücher, die nicht in den Kernbestand biblischer Schriften aufgenommen wurden) gehört. Ehe und Sexualität sind hingegen schon ein biblisches Thema, z. B. in den biblischen Schöpfungserzählungen (1. Mose l,1-2,4 und 2,4-25). Dort wird der Ursprung des Menschen, seine Bestimmung und sein Bezogensein sowohl auf Gott als auch auf den Mitmenschen beschrieben: „Gott schuf den Menschen zu seinem Bilde ... und schuf sie als Mann und Frau.“ (1. Mose 1,27) Und: „Es ist nicht gut, dass der Mensch allein sei; ich will ihm eine Gefährtin machen ...“ (1. Mose 2,18)

Beide Geschlechter sind voneinander verschieden und ergänzen sich in ihrem Gegenüber. Das findet seinen stärksten Ausdruck in dem leidenschaftlichen Drang der Geschlechter zueinander: „Darum wird ein Mann seinen Vater und seine Mutter verlassen und seinem Weibe anhangen, denn sie werden sein ein Fleisch...“ (1. Mose 2,24) Indem sie Kinder zeugen und erziehen, haben sie Teil an dem Auftrag, die Schöpfung zu erhalten und zu gestalten: „... seid fruchtbar und mehret euch... und machet euch die Erde untertan.“ (1. Mose 1,28) Dem hat Gott seinen Beistand und Erfüllung zugesagt: „... und er segnete sie.“ Die biblischen Schöpfungserzählungen begründen also nicht die Ehe als Institution, sondern dass Mann und Frau aneinander gewiesen sind. *

Jesus feiert mit

Den Akt der Hochzeit im Kreis von Familie und Freunden zu feiern, war zu Jesu Zeiten anscheinend so üblich, dass er selbst auch daran teil nahm. Wie die Feier abgelaufen sein mag, können wir bestenfalls raten - aber ausgelassenes Essen und Trinken gehörten wohl dazu. Sonst wäre das unerwartete Ende des Weinvorrats keine Schwierigkeit geworden (Joh 2, 1-12).

"... durch die Liebe diene einer dem anderen"

Mit dem Wort Liebe (agape) wird im Neuen Testament die Nächstenliebe bezeichnet. Sie beinhaltet gegenseitige Achtung, Anerkennung, Annahme, Fürsorge, Rücksicht und Beistand (vgl. Epheser 5). Die Ehe als Rechtsinstitut ist zwar - wie Martin Luther es nannte - „ein weltlich Ding“ und in ihrer Form geschichtlichen Veränderungen ausgesetzt, ihr kommt aber insofern eine besondere Bedeutung zu, als sich in ihr exemplarisch die Beziehung zwischen Gott und den Menschen abbildet und konkret erfahren und gelebt werden kann. In einer lebenslangen, treuen und partnerschaftlich-respektvollen Beziehung können sich Gottes Liebe zum Leben, seine Wertschätzung des Menschen und seine Treue spiegeln. Die biblischen Aussagen überschreiten immer wieder das Eheverständnis und die Ehepraxis der jeweiligen Zeit, also auch die jeweilige Rechtsform. Besonders deutlich wird das, wenn Jesus die legale Scheidungspraxis seiner Zeit kritisiert, die Frauen wie Objekte behandelte. In Epheser 5 wird außerdem die damals selbstverständliche Unterordnung der Frau unter den Mann nicht einfach fortgeschrieben, sondern Hingabe wird, entgegen dem üblichen Rollenverständnis, auch von den Männern erwartet.  *

Die Ehe gilt für das ganze Leben

Die Autoren der biblischen Schriften verschließen nicht die Augen davor, dass es in der Ehe Gefährdungen, Schuld und Scheitern gibt. Deshalb enthält die Bibel Schutzbestimmungen für die Gemeinschaft in Ehe und Familie, z. B. das vierte Gebot, das die Achtung und Ehre vor den Eltern fordert, das sechste Gebot, das den Ehebruch verbietet und das zehnte Gebot, das das Begehren anderer Frauen und Männer untersagt. Im Alten Testament wird dem Mann unter bestimmten Bedingungen erlaubt, seine Frau wegzuschicken (5. Mose 24,1) und ihr dazu einen Scheidebrief auszustellen, z. B. „weil er etwas Schändliches an ihr gefunden hat“. Der Frau waren ähnliche Möglichkeiten verwehrt. Jesus lehnte diese Praxis (Matthäus 5,31-32) scharf ab und verwies auf die lebenslange und umfassende Bestimmung von Frau und Mann füreinander, wie Gott sie bei der Schöpfung angelegt hat: „Was Gott zusammengefügt hat, das soll der Mensch nicht scheiden.“ (Markus 10,9; Matthäus 19,6) Neben dieser prinzipiellen Ablehnung der Ehescheidung gibt es im Neuen Testament Aussagen, die zeigen, dass man sich gezwungen sah, seelsorgerlich mit diesem Grundsatz umzugehen (vgl. z. B. 1. Korinther 7,12).  *

Segen für alle Tage

Innerhalb der Trauung in der evangelische Kirche sind 'Traufrage' oder 'Trauversprechen' unverzichtbare Bestandteile. Dabei versprechen sich die Eheleute gegenseitige Treue und Achtung solange sie leben. Das Versprechen in dieser Form geschieht nicht mehr auf dem Standesamt, sondern nur noch im Gottesdienst. Und nur hier wird das Hochzeitspaar im Namen Gottes gesegnet, was mehr meint als einen bloßen frommen Wunsch: 'Segen' ist Zusage von Gottes Nähe und Geleit.

*  Dieser Abschnitt entstammt dem „Glaubens-ABC“ der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Stichwort „Trauung“

Segnung gleichgeschlechtlicher Paare

Auf der Synode im November 2014 berichtete Landesbischof Ralf Meister über die Fertigstellung einer Handreichung für Gottesdienste zur Segnung eingetragener Lebenspartnerschaften. Segnungsgottesdienste sind damit ausdrücklich möglich und lösen die vorherigen „Fürbittgottesdienste” ab. Pastoren/-innen dürfen sich aus Gewissensgründen weigern, eine solche Segnung vorzunehmen.

Die Handreichung können Sie im obenstehenden Downloadbereich "Das könnte Sie auch interessieren" herunterladen.

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