Familie und Beruf zu verbinden führt oft zu großer Hetze. Bild:Ursula Deja - Fotolia.com
Der Mann muß hinaus ins feindliche Leben, muß wirken und streben und pflanzen und schaffen, erlisten, erraffen, muß wetten und wagen das Glück zu erjagen.
Da strömet herbei die unendliche Gabe, es füllt sich der Speicher mit köstlicher Habe, die Räume wachsen, es dehnt sich das Haus.
Und drinnen waltet die züchtige Hausfrau, die Mutter der Kinder, und herrschet weise im häuslichen Kreise.
Friedrich Schiller
Die Quadratur des Kreises scheint kaum schwieriger als die Verbindung von Familie und Beruf. Denn auf beiden Seiten haben sich Vorstellungen und Anforderungen in den letzten Jahrzehnten so sehr verändert, dass Friedrich Schillers Darstellung im Lied von der Glocke eher zum Lachen reizt. Dennoch: zwar hat sich einerseits die Wochenarbeitszeit auf ein ungeahntes Maß verringert und andererseits wird der Anspruch auf einen Kindergartenplatz gesetzlich verankert. Doch dass Männer und Frauen gleiche Bedingungen vorfinden, ist nach wie vor nicht erreicht.
„Bete und arbeite“ war den Benediktiner-Mönchen wichtig - und zeigt auf die Würde des Menschen. Heutige Arbeit ist oft weit davon entfernt: Niedriglöhne, Sinnentleerung, zerstörerische Arbeitsbedingungen.
Falle ich für das Einkommen eine Zeit aus, kümmert sich der Betrieb darum, dass es weitergeht. Aber zu Hause? Nicht immer können Partnerin oder Partner einspringen - vor allem, wenn es länger dauert.