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Gedenken

Eine verwelkte Rose auf einem Trauerkranz
„Alles hat sein Zeit” - Verwelkte Rose auf einem Trauerkranz Bild Kay Oppermann

Gedenken Erinnern und Erzählen hilft, den Verlust zu verarbeiten. Sie machen sich dadurch klar, was der verstorbene Mensch Ihnen bedeutet hat, was Sie mit ihm verloren haben und welchen Teil Ihrer gemeinsamen Geschichte Sie bewahren wollen. Geben Sie ihm einen neuen Platz in Ihrem Leben. Orte, Zeiten und eine Gemeinschaft des Gedenkens helfen.


Die christliche Tradition bietet Gelegenheiten dazu: Wenn Ihr verstorbener Mensch kirchlich bestattet wurde, wird am Sonntag darauf sein oder ihr Name im Gottesdienst in der Gemeindekirche verlesen, seines Todes gedacht. Es wird für sie oder ihn und für Sie, die Hinterbliebenen, gebetet. Am „Ewigkeitssonntag“, auch „Totensonntag“ genannt ( es ist der Sonntag vor dem 1. Advent ) wird in den Kirchengemeinden ein Gottesdienst gehalten, der dem Totengedenken gewidmet ist. Dabei werden in unserer Kirche die Namen der Menschen verlesen, die im vergangenen Jahr im Gemeindebereich verstorben sind und kirchlich bestattet wurden.


Die Fragen nach dem Sinn von Tod und Leben und nach dem Schicksal der Toten werden in Liturgie und Predigt aufgegriffen, und es wird für die Trauernden und ihre Stärkung gebetet. Gehen Sie zum Friedhof; wenn es keine Grabstelle gibt, suchen Sie sich einen anderen Ort, den Sie mit Ihrem verstorbenen Menschen verbinden und an den Sie zurückkehren können, um sich zu erinnern, Zwiesprache zu halten, Ihren Gedanken und Gefühlen freien Lauf zu lassen.


Erwarten Sie nicht, dass andere, die Ihrem verstorbenen Menschen ebenfalls nahe standen, so reagieren, wie Sie selbst – oder umgekehrt. Jeder Mensch trauert anders ! Vielleicht befremdet es Sie, vielleicht kann es Ihnen aber auch helfen, zu sehen, dass es noch andere Möglichkeiten gibt, den Verlust zu bewältigen, als die von Ihnen zuerst gewählte. Jahrestage An Fest-, Jahres-, Geburts- und Todestagen, immer dann, wenn Sie etwas besonders Wichtiges zum ersten Mal ohne Ihren verstorbenen Menschen erleben, kann sein Fehlen besonders stark und schmerzlich empfunden werden.
Überlegen Sie vor solchen Ereignissen, wer oder was es Ihnen erleichtern könnte, den Tag zu überstehen. Sind mehrere Hinterbliebene da, überlegen Sie gemeinsam, und arrangieren Sie solche Hilfen für sich. Sich dem Leben wieder zuwenden Trauern Sie, aber leben Sie weiter. Man kann die Toten ehren, ohne das eigene Leben mit ihnen zu begraben. Auch Treuegelübde gelten nur „… bis dass der Tod Euch scheidet“. Christus spricht: „Ich lebe, und ihr sollt auch leben“. (Johannes 14,19 ) Wenn Sie dazu bereit sind, wenden Sie sich guten Gewissens dem Leben wieder zu.

Pastor Edzard Stiegler: Vom christlichen Umgang mit Sterben und Tod, Matthäus Kurier No. 144