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Schwerhörigenseelsorge

Etwa jedes sechste Mitglied einer Kirchengemeinde ist hörgeschädigt; auf die hannoversche Landeskirche bezogen bedeutet dies, dass rund 400.000 schwerhörige Menschen in ihren Kirchengemeinden leben. Unter diesen Menschen sind 200.000 mittel- bis hochgradig schwerhörig; darüber hinaus können mehr als 50 Prozent der Seniorinnen und Senioren ab einem Alter von 70 Jahren nicht mehr gut hören.

Die Evangelische Kirche versteht sich als Kirche des Wortes, dies bedeutet, dass sie das Wort Gottes auch für Schwerhörige zugänglich machen muss. Anders als Gehörlose „outen“ sich die meisten Schwerhörigen nur selten und beherrschen kaum die Gebärdensprache. Sie bewegen sich in der Regel in der hörenden Umwelt und sind lautsprachlich ausgerichtet; ihr Kommunikationsweg ist das Ohr, nicht die Gebärde. Darin unterscheiden sie sich in der überwiegenden Mehrheit wesentlich von gehörlosen Menschen. Auch Ertaubte beherrschen nur selten die Gebärdensprache und sehen sich in der Regel ebenfalls der hörenden Umwelt zugehörig.

Für die Schwerhörigenseelsorge steht seit Juli 2002 in der hannoverschen Landeskirche eine hauptamtliche Pastorin mit einer 75-Prozent-Stelle zur Verfügung. Pastorin Cornelia Kühne ist selbst mittel- bis hochgradig schwerhörig und beidseitig mit Hörgeräten versorgt. Die Vortragstätigkeit mit simulierten Hörbeispielen in Gemeinden, Gruppen, Kirchenkreis- und Amtsbereichskonferenzen bildet einen ihrer Arbeitsschwerpunkte – ein solcher Multiplikatorendienst kann im Zuge der Inklusion am ehesten dazu führen, möglichst vielen Schwerhörigen vor Ort zu helfen und ihnen einen Platz in der Ortsgemeinde zu geben. Um die UN-Behindertenrechtskonvention umzusetzen und die Inklusion voranzubringen ist es darüber hinaus notwendig, grundlegende Informationen über Schwerhörigkeit und praktische Übungen im Umgang mit Schwerhörigen als festen Bestandteil in der universitären, der theologischen und der Vikarsausbildung zu etablieren.

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