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Krankenhausseelsorge

„Wenn ich dein Ohr nur habe, finde ich schon mein Wort.“

Krankenbett
Nicht allein.  Bild: Miss X / photocase.com

Im Mittelpunkt der Arbeit der Krankenhausseelsorge stehen Gespräche mit Patienten und die Begleitung von Angehörigen. In großen Krankenhäusern wie der Medizinischen Hochschule in Hannover, wo es ein Team von Seelsorgern und Seelsorgerinnen gibt, geschieht das mit einer 24-Stunden-Notrufbereitschaft an sieben Tagen in der Woche.

Krankenhausseelsorger und –seelsorgerinnen leisten ebenso Aus-, Fort- und Weiterbildungen von Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen. Sie feiern Gottesdienste, Andachten und in besonderen Fällen - z.B. in Kinderklinken  - auch spezielle Gottesdienste mit Kindern.

In einem Umfeld, das den Patienten fremd ist, helfen Rituale wie Gebete, die Abendmahlsfeier, Segnungen und Aussegnungen und Orte, wie ein Raum der Stille, Patienten und Angehörigen Halt zu finden.

Wer im Krankenhaus liegt, der erlebt oft wie auch der eigene Körper fremd wird. Etwa nach einer Operation, wenn an die alte Leistungsfähigkeit nicht mehr zu denken ist. Wie kommt jemand, der seit 20 Jahren mit seinem Hund spazieren geht damit klar, dass ihm sein Bein abgenommen wurde? Seelsorger und Seelsorgerinnen können in solchen Situationen eine Unterstützung sein. Sie gehen den schweren Weg, den eigenen Körper und das „Nichtmehrkönnen“ anzunehmen, ein Stück mit.

Seelsorge begleitet bei Entscheidungen

Die Zeit im Krankenhaus ist für viele Patienten und deren Angehörige eine Zeit der Reflexion. Der medizinische Fortschritt stellt sie oft vor existentielle, folgenreiche Entscheidungen. Menschen, die unheilbar krank sind, quält die Frage, wann es Zeit ist auf weitere Therapien zu verzichten. Patienten, die über Monate auf ein Spenderorgan warten, fragen sich: Darf ich vom Tod eines anderen ‚profitieren?’; und Werde ich denn ich selber bleiben, wenn das Herz eines Fremden in mir schlägt? Seelsorger und Seelsorgerinnen sind in ethischen Fragen geschult und darauf vorbereitet, Menschen bei solchen Entscheidungsprozessen zu begleiten und ihnen auch bei der Bewältigung der Entscheidungen zur Seite zu stehen.

Die Krankenhausseelsorge versteht sich als Teil des Krankenhauses. Sie sorgt in größeren Häusern für kulturelle Veranstaltungen wie Lesungen, Ausstellungen und für Diskussionsforen. Dies geschieht, wo möglich, in guter ökumenischer Zusammenarbeit. Der regelmäßige Austausch mit dem medizinischen Personal und eine Ansprechbarkeit auf ihre Fragen und Anliegen ist für Seelsorger und Seelsorgerinnen selbstverständlich.                                                                                         
 

Kontakt

Oberkirchenrätin Susanne Kruse-Joost

Susanne Kruse-Joost

Tel.: 0511 1241-398

Rote Reihe 6
30169 Hannover