Bild: Erich Franz
Es hieß, Sterben bei ihm sei angenehm. Sie holten ihn in der Nacht, vier Stunden vor Morgen. Er bot dem Dorf nicht die Unterhaltung, in der sein Vorgänger zuverlässig war. Die Leute hörten zu, wenn er predigte. Es hieß, Sterben bei ihm sei angenehm.
aus: Uwe Johnson, Jahrestage
Ein Mensch ist gestorben.
In dem Wohnbereich, in dem er die letzten Jahre gelebt hat, ist er ein letztes Mal gewaschen worden.
So beginnt Burkhard Pechmann seine Beschreibung einer Aussegnung. Sein Buch trägt den Titel „Durch die Wintermonate des Lebens“.
Nach der angespannten Unruhe der letzten Tage ist jetzt der Wohnraum zum Sterberaum geworden. Ruhe und Frieden, Erleichterung und eine noch verhaltene Gelöstheit sind zu spüren.
Die Diagnose lautet: Krebs im Endstadium. Alle Pläne bleiben jetzt wie in einem Torbogen hängen. Die des Erkrankten, die der Familie, der Angehörigen, der Freunde. Was bleibt für den Winter des Lebens?
Kann ich Vorbereitungen treffen, mich auf das Kommende einstellen, vorsorgen?
Es gibt viele Möglichkeiten, den letzten Lebensabschnitt und den eigenen Abschied zu planen und zu gestalten.
Der Tod ist biblisch gesehen der letzte und größte Feind des Lebens. Dennoch muss jeder und jede von uns sich diesem Feind stellen und ihn in das Leben mit hinein nehmen. Wie kann das gelingen?