Segelboote liegen ruhig und geschützt an der Küste. Bild: Erich Franz
Auf einem Segelboot muss ich immer eine Hand zum Festhalten bereit halten. Mit der anderen kann ich ziehen, steuern oder Lose geben.
Wenn ich mein (Lebens-) Boot gegen den Wind drehen muss, um mich bewegen zu können - dann muss ich so schnell wie möglich alle Schoten, Seile oder Taue loslassen.
Nur so werde ich eine Gefahrensituation durchschippern können.
Nur so erlebe ich, was Festhalten und Loslassen bedeuten.
Die Erinnerungen sehen uns. Jetzt kommt die Zeit des Alters, wenn ich in meinen Spiegel schaue. In meinem Alter will ich mich nicht einfach zurückziehen. Im Alter wachsen manche Wege zu. Ich beeile mich, so gut es noch geht. Es ist noch kein Ende in Sicht. Was tun? Ich sehe den nächsten Schritt.
Sie heißt „Seniorenarbeit“ oder „Arbeit mit Älteren“ oder „Altenarbeit“. Sie meint Gemeindearbeit mit der älteren Generation. Die „neuen“ Alten, so könnte man die Teilnehmenden auch bezeichnen.
„Die Seele kommt alt zur Welt, aber sie wird jung“, sagt Oscar Wilde. „Das ist die Komödie des Lebens. Und der Leib kommt jung zur Welt und wird alt.“ Das nennt er die „Tragödie des Lebens“.
„Hier bin ich zu Hause, hier ist meine Heimat.“ Da kennen wir uns aus, sind geborgen, fühlen wir uns anerkannt und wiedererkannt. Wenn Menschen ihre Heimat verlieren, werden sie auf einmal Fremde sein.
Wie die Generationen zusammen leben können oder sollen, wird heute meist kritisch diskutiert. Zu den Zukunftsfragen unserer Generation werden zum Teil apokalyptische Szenarien entwickelt.
Mit dem Rollator erreicht die ältere Dame das Wartezimmer ihres Arztes. „Noch einmal zum Röntgen“, murmelt sie in die wartende Runde. Einige nicken, andere bleiben in ihre eigene Lektüre vertieft.
Er, der unheilbar Erkrankte, sagt: „Ich habe mich entschlossen, Tag für Tag zu leben.“ Er hat wieder Klavier gespielt. Das macht ihn hellhörig für ungelebtes Leben. Das hatte er jahrelang nicht getan.
Gott lässt es hier und in der Ferne regnen und sendet hier und dort den Sonnenschein. Er wird nicht müde, seine Welt zu segnen. Wohin wir kommen, wird er uns begegnen. Und wo wir bleiben, wird er bei uns sein.
Der Weg in eine Kapelle kann der erste Schritt zu einer Begegnung mit Gott sein. Die Athmosphäre von Licht und Farben, von Bibel und Blumen führt Augen und Ohren zum konzentrierten Sehen und Hören.
Ältere sind gern auf Reisen.Was treibt sie an, drei- oder viermal im Jahr auf die Suche zu gehen? Manche Menschen müssen in die Fremde gegangen sein, um die Heimat schätzen zu lernen.