Glocken mit nationalsozialistischen Symbolen und Aufschriften

Pressemitteilung 18. September 2017
kirchenglocken
Kirchenglocke (Symboldbild). Bild: epd-bild

Aufgrund der Berichterstattung über die so genannte "Hitler-Glocke" in Herxheim am Berg (Pfalz) hat das Landeskirchenamt der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers ihre Kirchengemeinden gefragt, ob bei ihnen noch Glocken mit nationalsozialistischen Symbolen und Aufschriften in Gebrauch seien.

Die Abfrage hat bisher ergeben, dass eine Kirchengemeinde eine Glocke mit dem Luftwaffenadler und einem ca. 2x2 cm großen Hakenkreuz und eine zweite Kirchengemeinde eine Glocke mit einem etwa 35x35 cm großen Hakenkreuz und einer Aufschrift im nationalsozialistischen Sprachstil  haben. Die Glocken sind in den dreißiger Jahren des 20. Jh.s gegossen worden.

"Die betroffenen Gemeinden sind sich der Problematik dieser Glocken bewusst. Die Kirchengemeinde Faßberg-Müden erklärt die Geschichte ihrer 1938 eingeweihten Michaelkirche und Glocke in einer Broschüre, im Internet und bei Führungen und gibt so Gelegenheit, das Erbe des Nationalsozialismus aufzuarbeiten. Die Glocke wird zur Zeit aufgrund von Reparaturarbeiten nicht geläutet", sagt der Geistliche Vizepräsident des Landeskirchenamtes, Arend de Vries.

"Der Vorstand der Kapellengemeinde Schweringen hat beschlossen, die Glocke erst einmal stillzulegen, ihre Geschichte aufzuarbeiten und eine endgültige Lösung zu beraten. Wir werden mit den beiden Gemeinden, die ja die jeweiligen Eigentümer der Glocken sind, im Gespräch bleiben", so de Vries.

"Da diese Glocken zu Gottesdiensten,  Andachten und zum Gebet einladen, sind sie nicht nur historische Relikte, sondern Teil des aktuellen liturgischen Handelns der Kirchengemeinden. Ich kann mir nur schwer vorstellen, dass wir nach der geschichtlichen Aufarbeitung mit diesen Glocken weiterhin zu Gottesdiensten oder zum Beispiel zu Friedensgebeten einladen. Daher müssen  weitere Schritte überlegt werden. Das Landeskirchenamt bietet dafür seine Unterstützung an."

 

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Pastor Dr. Johannes Neukirch
Pressesprecher der Landeskirche
Landeskirchenamt der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers
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Pressemitteilung der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers vom 18.09.2017