Resolution der Landessynode zur aktuellen Flüchtlingsproblematik

Pressemitteilung 29. November 2013

Die 24. Landessynode der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers hat während ihrer XIII. Tagung am Freitag, dem 29. November 2013, eine Resolution zur aktuellen Flüchtlingsproblematik beschlossen.

Die Resolution im Wortlaut:

Entschließung der Landessynode der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers zur aktuellen Flüchtlingsproblematik
Wenn ein Fremdling bei euch wohnt in eurem Lande, den sollt ihr nicht bedrücken. Er soll bei euch wohnen wie ein Einheimischer unter euch, und du sollst ihn lieben wie dich selbst. Lev 19, 33 f.
Der Schutz des Fremden ist wesentlicher Bestandteil der jüdisch-christlichen Ethik. Die Landessynode bekennt sich zum Gebot der Nächstenliebe und zu den Menschenrechten. Die Landessynode bejaht die völkerrechtlichen Verpflichtungen der Bundesrepublik Deutschland gegenüber Flüchtlingen und Schutzsuchenden; sie unterstützt die Entschließung der Synode der Evangelischen Kirche in Deutschland zu diesem Thema.[1]

Weltweit fliehen über 45 Mio. Menschen vor Krieg, Verfolgung und Armut. Viele von ihnen machen sich mit großen Hoffnungen auch auf den Weg nach Europa auf. Hier anzukommen heißt aber nicht, in Sicherheit oder willkommen zu sein.

Die Landessynode will nicht schweigen,
- wenn Flüchtlinge an den Grenzen Europas zu Tode kommen;
- wenn Fischer, die auf See Ertrinkende retten, dafür bestraft werden;
- wenn Europa Zäune baut gegenüber Menschen, die Schutz und Hilfe suchen.

Die Landessynode setzt sich ein für den Schutz von Flüchtlingen:
• Eindeutige Priorisierung der Seenotrettung im Mittelmeer vor den Grenzen der Europäischen Union
• Menschenwürdige Aufnahmebedingungen in allen Mitgliedsstaaten der Europäischen Union
• Ermöglichung eines fairen Asylverfahrens

Die Landessynode setzt sich ein für die Bekämpfung von Fluchtursachen:
• Entschlossenes Engagement für die Armutsbekämpfung in den armen Ländern der Welt, insbesondere in Afrika
• Faire Gestaltung der Handelsbeziehungen und der Agrar- und Fischereipolitik
• Unterstützung von Demokratisierungsprozessen

Die Landessynode bittet die Kirchengemeinden, Kirchenkreise und Einrichtungen, sich für Flüchtlinge einzusetzen und diese im Alltag zu unterstützen; die Landessynode wird sie hierzu zeitnah mit zusätzlichen finanziellen Mitteln für ihre Flüchtlingsarbeit vor Ort unterstützen.
Die Landessynode wird in Zusammenarbeit mit dem Ev.-luth. Missionswerk in Hermannsburg (ELM) ein ausgewähltes Projekt in Afrika zur Bekämpfung der Flüchtlingsursachen nachhaltig fördern.

Dieses Wort der Landessynode richtet sich an
- die Landesregierung in Niedersachsen.
- die Abgeordneten im niedersächsischen Landtag, die niedersächsischen Abgeordneten im Bundestag und im Europaparlament mit der Bitte, unser Anliegen zu unterstützen.
- die Gliedkirchen der Evangelischen Kirche in Deutschland und den Rat der Evangelischen Kirche in Deutschland.
- die Kirchengemeinden, Kirchenkreise und Einrichtungen der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers.
- die christlichen Kirchen auf dem Gebiet des Landes Niedersachsen.

Hannover, 29. November 2013

Pressestelle der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers
Pastor Dr. Johannes Neukirch, Pressesprecher
Rote Reihe 6, 30169 Hannover
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