Spracherwerb ist der Schlüssel für Integration - Landesbischof Ralf Meister kommentiert

Pressemitteilung 12. November 2013

FÜR DIE MARGINALSPALTE / Einwürfe und Kommentare von Landesbischof Ralf Meister

"Es müssten doch inzwischen alle gemerkt haben: Bildung in allen Formen ist der Dreh- und Angelpunkt, wenn Menschen verschiedener Kulturen, Religionen und Herkunft friedlich zusammenleben sollen. Kindergärten, Schulen, Bildungseinrichtungen, Hochschulen sorgen Tag für Tag dafür. Umso unverständlicher ist es, wenn das Bundesamt für Migration auf Nachfrage des Evangelischen Pressedienstes sagt: Wir kürzen die - an sich erfolgreichen - niederschwelligen Deutschkurse für Migrantinnen! Ich kann das nicht nachvollziehen und halte es geradezu für gefährlich! Wir wünschen uns, dass sich die Familien eingliedern und vor allen Dingen ihren Kindern Wege in unsere Gesellschaft öffnen. Und dann riskieren wir es, eine Gruppe aus unserer Gesellschaft auszugrenzen. Die deutsche Sprache ist der Schlüssel für Integration. Gerade Migrantinnen sind für die Führung eines selbstbestimmten und gleichberechtigten Lebens in unserer Gesellschaft auf Deutschkenntnisse angewiesen.

Unser Ziel ist die gesellschaftliche Verständigung über Kulturen und Religionen hinweg. Ausgerechnet hier zu sparen, ist ein großer Fehler. Ganz im Gegenteil: Die Wohlfahrtsverbände und die Synode der Evangelischen Kirche in Deutschland fordern zu Recht, die Haushaltsansätze gegen den Trend stark zu erhöhen."

Landesbischof Ralf Meister, Hannover

Hannover, 13.11.2013

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