Landeskirche beteiligt sich am Projekt "1200 Jahre suchen Paten" des Dombauvereins Hildesheim

Pressemitteilung 08. Juli 2012

Die Evangelisch-lutherische Landeskirche Hannovers beteiligt sich mit einer Patenschaft für das Jahr 1517 an dem Projekt "815-2015. 1200 Jahre suchen Paten" des Dombauvereins Hohe Domkirche zu Hildesheim e.V..

Am 12. Juli 2012 um 11 Uhr wird eine Plakette für das Patenschafts-Jahr 1517 am "Zeitstrahl" im Kreuzgang des Doms - im Beisein des Präsidenten des Landeskirchenamtes, Burkhard Guntau, des Landessuperintendenten Eckhard Gorka, Weihbischof em. Hans-Georg Koitz, Dr. Konrad Deufel, Oberstadtdirektor a.D. und Dr. Ralf Tappe, Geschäftsführer des Dombauvereins - angebracht.

Treffpunkt Domhof: 12. Juli, kurz vor 11 Uhr, Eingang zum Rosenstock

"Ich habe mich über die Anfrage an unsere Landeskirche sehr gefreut", sagt Präsident Burkhard Guntau, "schön, dass wir einen Beitrag für unser gemeinsames christliches Erbe leisten können. Es ist für uns als evangelische Landeskirche ein gutes Zeichen, dass wir uns mit dem Reformationsjahr 1517 am Zeitstrahl im Dom zu Hildesheim beteiligen dürfen und Ausdruck eines guten ökumenischen Miteinanders."

"St. Michaelis in Hildesheim ist das einzige UNESCO-Welterbe der Landeskirche. Aber sie ist es mit dem Dom als Zwillingspaar. Der Domhof hat die Christussäule in der Renovierungsphase in die St. Michaeliskirche ausgeliehen. Ein hochsymbolischer Akt. Und als solcher soll auch die Zuwendung an den Dom verstanden werden. Uns ist hier vor Ort sehr an einem gedeihlichen Miteinander gelegen", sagt Landessuperintendent Eckhard Gorka.

Domkapitel und Dombauverein haben Anfang 2010 das Projekt „1200 Jahre suchen Paten“ aus der Taufe gehoben, um die Geschichte des Bistums zu illustrieren und zugleich Unterstützer für die Domsanierung zu gewinnen. Entlang des Kreuzgangs hinter der Domapsis – vom Eingang bis zur gegenüberliegenden Seite – zieht sich ein Metallband aus einzelnen Plaketten als „Zeitstrahl“ entlang, das 1.200 Jahre symbolisiert. Die hannoversche Landeskirche beteiligt sich mit einer Patenschaft in Höhe von 10.000 Euro.

O-TON:

Burkhard Guntau, Präsident des Landeskirchenamtes:
"Es ist für uns als evangelische Landeskirche ein gutes Zeichen, dass wir uns mit dem Reformationsjahr 1517 am Zeitstrahl im Dom zu Hildesheim beteiligen dürfen. Es ist Ausdruck eines guten ökumenischen Miteinanders. Mit dem Thesenanschlag in Wittenberg 1517, der das Ausgangsdatum der Reformation beschreibt, ging es Luther unter anderem um das Verständnis von Religion und Vernunft. Glaube muss gebildeter Glaube sein, denn ein Glaube, der ohne Vernunft auszukommen glaubt, wird sehr leicht zum religiösen Fanatismus. Erst das Verstehen des eigenen Glaubens bildet die Voraussetzung für die Dialogfähigkeit mit anderen Religionen. Auch für Papst Benedikt XVI. ist die Einbeziehung der Vernunft von zentraler Bedeutung, wenn er sagt, dass "nicht vernunftmäßig zu handeln, ist dem Wesen des Glaubens zuwider." Die Rückbesinnung auf die Vernunft und damit des so geprägten christlichen Glaubens unter den Bedingungen des Wissens und des menschlichen Nachdenkens hat entscheidend zur Entstehung des modernen Freiheitsbewußtseins beigetragen, das sich in der Anerkennung einer für alle Menschen gleichen Menschenwürde und Menschenrechte Geltung verschafft.

Christliche Verantwortung kommt erst dann zu sich selbst, wenn sie in Verantwortung für andere konkret wird, denn christlicher Glaube beinhaltet die Verpflichtung, neben Gott seinen Nächsten zu lieben wie sich selbst. Diakonie und Caritas dient dem Bemühen um menschengerechte und menschenwürdige Bedingungen der Lebensgestaltung. Kirche kommt immer da zu sich selbst, wenn sie Kirche für andere ist. So tragen beide große christliche Kirchen in unserem Land eine gemeinsame Verantwortung für das Gemeinwohl. Hieran wollen wir mit der Plakette erinnern.

Unter diesen Vorzeichen freuen wir uns auf einen gemeinsamen Diskurs mit der katholischen Kirche im Zusammenhang mit dem Reformationsjubiläum 2017."

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Pastor Dr. Johannes Neukirch
Pressesprecher der Landeskirche
Landeskirchenamt der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers
Rote Reihe 6
30169 Hannover
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