„Gesichter des Islam – Begegnung mit muslimischen Frauen und Männern

Pressemitteilung 31. Mai 2007

Ausstellung im Niedersächsischen Landtag

Landtagspräsident Jürgen Gansäuer eröffnet am Montag, dem 4. Juni 2007, um 11.00 Uhr im LEIBNIZ-SAAL des Niedersächsischen Landtages die von der Arbeitsstelle Islam und Migration im Haus kirchlicher Dienste der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers konzipierte Ausstellung.

Im Rahmen der Eröffnung werden der Vizepräsident des Landeskirchenamtes der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers, Arend de Vries, sowie der Religionsattaché Mehmet Emin Cetin das Thema und die Besonderheiten der Ausstellung näher erläutern.

Drei Jahre ist die Ausstellung bereits durch das Gebiet der Landeskirche gewandert. Sie war dabei zu Gast in den Städten wie in den ländlichen Gebieten und wuchs von Ort zu Ort durch jeweils neue Portraits von muslimischen Frauen und Männern. Diese Portraits geben Antwort, wie die muslimischen Frauen und Männer in Deutschland ihren Glauben und - eng damit verbunden - ihre kulturelle Tradition leben, und außerdem Antwort auf die Fragen: Was glaubst denn du? Was feierst du? Wie äußert sich dein Glaube in deinem Leben, in deinen Wertevorstellungen, in deinem Handeln? Wie begründen muslimische Frauen, warum sie ein Kopftuch tragen und warum nicht? Wie erleben sie Christinnen und Christen?

Im Niedersächsischen Landtag werden erstmals alle Ausstellungstafeln präsentiert. So ist eine Landkarte entstanden, die muslimisches Leben und christlich-muslimische Begegnungen in niedersächsischen Orten illustriert.

Vielfach leben Christen und Muslime nebeneinander her. Orte der reflektierten Begegnung zwischen Christen und Muslimen existieren nur vereinzelt. In der Regel wird - wenn überhaupt -über die anderen geredet, nicht aber mit ihnen. Verunsicherungen, Ängste und Misstrauen auf jeder Seite tragen dazu bei. Eine Studie der Konrad-Adenauer-Stiftung (Mai 2003) belegt, dass gerade Personen „mit starker oder sehr starker Kirchenbindung“ Muslime „überdurchschnittlich stark“ ablehnen.

Ziel des Ausstellungsprojektes ist es, den christlich-islamischen Dialog zu fördern und zur kritischen Reflexion über die andere und die eigene Religion anzuregen. Die aktuellen Debatten zum Islam (Moscheebau, islamischer Religionsunterricht, Kopftuch etc.) und zum christlich-muslimischen Dialog (multireligiöses Beten, Beitrag der Religionsgemeinschaften zur Integration, Vertiefung der je eigenen Frömmigkeit etc.) zeigen die Notwendigkeit, dass die evangelische Kirche ihre Verantwortung in der gesellschaftlichen Öffentlichkeit wahrnehmen muss. Zur Profilierung und Qualifizierung des Dialogs will das vorliegende interreligiöse Projekt einen wichtigen Beitrag leisten.

Nach der Präsentation im Landtag wird die Ausstellung bundesweit allen Interessierten zur Verfügung stehen.

Die Ausstellung, die in der Portikushalle des Landtages gezeigt wird, ist am 8. Juni,
vom 11. - 15. Juni und vom 18. - 22. Juni 2007 jeweils von 10.00 - 17.00 Uhr
für die Öffentlichkeit zugänglich.