Evangelischer Buchpreis 2007 wird in Hannover verliehen

Pressemitteilung 15. Mai 2007

Jens Petersen erhält die Auszeichnung für seinen Roman „Die Haushälterin“

Der mit 5000 € dotierte Evangelische Buchpreis geht in diesem Jahr an den in Zürich lebenden Arzt und Schriftsteller Jens Petersen.
Die Preisverleihung findet statt am Mittwoch, dem 23. Mai 2007 um 15.00 Uhr in der Neustädter Hof- und Stadtkirche St. Johannis in Hannover.

Landesbischöfin Dr. Margot Käßmann eröffnet als Bischöfin der gastgebenden Landeskirche den Festakt.
Die Laudatio hält Dr. Petra Bahr, Kulturbeauftragte der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD).
Jens Petersen erhält den Evangelischen Buchpreis aus der Hand von Dr. Eckhart von Vietinghoff, dem Vorsitzenden des Deutschen Verbandes Evangelischer Büchereien (DVEB).

Jens Petersen, 1976 in Pinneberg geboren, lebt seit kurzem in Zürich. Er ist Arzt und hat in München, Lima, New York, Florenz und Buenos Aires studiert. Einige seiner Erzählungen sind in Anthologien erschienen. „Die Haushälterin“ ist sein erstes Buch, für das er 2005 den aspekte Literaturpreis für ein Debüt erhielt.

Der Evangelische Buchpreis wird seit 1979 in wechselnden Sparten verliehen, seit 1998 im Wechsel für Kinder- und Jugendliteratur und für Prosa für Erwachsene. Er ist ein Leserpreis, dessen Auswahl ausschließlich auf Vorschlägen von Leserinnen und Lesern beruht. Ausgezeichnet werden Bücher, für die Christen sich einsetzen können. Aus den 88 Vorschlägen der Leserinnen und Leser wählte die Jury „Die Haushälterin“ aus und stellte eine Empfehlungsliste mit sieben weiteren empfehlenswerten deutschsprachigen Romanen zusammen.

Die Jury begründet ihre Entscheidung für den Roman „Die Haushälterin“ folgendermaßen:

„Mit großer Leichtigkeit und Empathie erzählt der junge Autor die vermeintlich bekannte Geschichte einer ersten Liebe neu. Sein jugendlicher Held Philipp ist nach dem Tod der Mutter schrittweise in eine erwachsene und angesichts des zunehmenden Ausfalls des Vaters verantwortliche Rolle hineingewachsen. Als der Vater arbeitslos wird, zu trinken beginnt und nach einem Unfall ins Krankenhaus muss, ergreift der Jugendliche eigenmächtig die Initiative. Er sucht eine Haushälterin. Mit der spontanen Entscheidung für die junge polnische Studentin Ada ändert sich die Situation von Grund auf. Äußerlich wird die vertraute bürgerliche Ordnung wieder hergestellt, denn Ada putzt gründlich und kann hervorragend kochen. Aber mit der selbstbewussten jungen Frau kehrt auch das Leben mit Gesprächen und Gefühlen, Späßen und Sehnsüchten in das dem Stillstand und der Vergangenheit verhaftete Haus zurück. Petersens bewusst komponierte Erzählsprache und sein großes Talent zur genauen Beobachtung machen den Roman zu einem Lesevergnügen. Neben der ersten, und deshalb besonders sensationell erlebten Liebe steht das schwierige, psychologisch und sprachlich außerordentlich stimmig erfasste Vater-Sohn-Verhältnis im Mittelpunkt. Im Unterschied zum Vater, der besitzen will, zeigt der jugendliche Philipp seine Liebe, indem er Ada, deren Herz für einen anderen schlägt, ziehen lassen kann. Gespannt verfolgt der Leser, wie der junge Held sich zu einem Schritt entschließt, der der jungen Frau eine freie Entscheidung und damit vielleicht die Heimkehr ermöglicht. Ein Erzähldebüt, das eine berührende Story und eine klangvolle Sprache zu einem fesselnden Buch für eine große Leserschaft verbindet.“


Hannover, 15.5.2007
Pressestelle der Landeskirche