"Aschermittwoch der Künste"

Pressemitteilung 14. Februar 2007

Landeskirche empfängt Kunst- und Kulturschaffende

Eine Kunstperformance, bischöfliche Worte, Schlagzeugmusik und ein Fastenessen aus Fisch und Kartoffeln erleben und genießen die Gäste am „Aschermittwoch der Künste“, dem traditionellen Empfang der Landeskirche Hannovers zu Beginn der Passions- und Fastenzeit am 21.2.2007 ab 11.15 Uhr in der Markuskirche am Lister Platz.

Der jüdische Künstler Josef Semah aus Amsterdam hat für seine Performance das Motiv der Asche gewählt. Im Mittelpunkt steht die „Todesfuge“, Paul Celans Gedicht aus dem Jahr 1952, vorgetragen von insgesamt 40 Menschen. Die Arbeitsweise von Joseph Semah, seine kreative Verbindung unterschiedlicher philosophischer und religiöser Denkansätze und Traditionen, seine von ihm bevorzugten Materialien und Arbeitsformen werden in der Performance sichtbar.

Einen theologischen Impuls zum Aschermittwoch setzt Landesbischöfin Dr. Margot Käßmann. Unter der Überschrift „Verzicht und Zuversicht“ geht sie darauf ein, warum eine Begegnung mit zeitgenössischer Kunst für die evangelische Kirche so gewinnbringend ist. Zudem hat die Landesbischöfin für das Jahr 2007 im Bereich Kunst und Kultur einen Schwerpunkt ihrer Arbeit gesetzt.

Der junge renommierte Schlagzeuger Dennis Frehse (Düsseldorf/Hannover) wird mit seinen Improvisationen die Veranstaltung begleiten.

Zum neunten landeskirchlichen Empfang am Aschermittwoch werden 200 Gäste aus Hannover und Niedersachsen erwartet. Einladende sind das Landeskirchenamt, vertreten durch Präsident Dr. Eckhart von Vietinghoff, die Hanns-Lilje-Stiftung, vertreten durch den Vorsitzenden des Kuratoriums, Dr. Jürgen Fitschen, und das Haus kirchlicher Dienste/Kunst und Kultur.

Die Markuskirche am Lister Platz ist in und um Hannover bekannt für ihre rege Kulturarbeit. „Die Offenheit und Kompetenz der Gemeinde sowie der großzügig geschnittene Kirchenraum eignen sich sehr für unseren Empfang“, so Dr. Julia Helmke als Veranstalterin vom Haus kirchlicher Dienste.


Zu sehen sind Kunstwerke von Joseph Semah wieder ab dem 1. April (Palmsonntag): Zeitgleich werden in 12 Kirchenräumen, über die Fläche der hannoverschen Landeskirche verteilt, eigens geschaffene Installationen unter dem Titel „Next-Year Jerusalem“ ausgestellt. Ein umfangreiches Programm begleitet dieses große Kunst-Kirche-Projekt unter der Schirmherrschaft von Landesbischöfin Dr. Margot Käßmann.
Aktuelle Informationen sind unter www.kunstinfo.net zu finden.

INFO:
Der „Aschermittwoch der Künstler“ ist eine von dem Katholiken Paul Claudel nach dem Zweiten Weltkrieg in Paris begründete Veranstaltung der Begegnung von Kirche und Kunst,die jährlich am Aschermittwoch weltweit in über 100 Städten stattfindet.
Im evangelischen Bereich gibt es seit gut zehn Jahren ähnliche Veranstaltungen, in Hannover „Aschermittwoch der Künste“ genannt. Im Mittelpunkt steht hier der Dialog von Kirche und
Kunst.

INFO:
Der Aschermittwoch (lat.: Dies Cinerum) markiert im Christentum der Westkirche den Beginn des 40-tägigen Fastens und soll an die 40 Tage erinnern, die Jesus in der Wüste verbracht hat. Die Fastenzeit umfasst 46 Kalendertage, und dauert bis Karsamstag, die sechs fastenfreien Sonntage (1. – 5. Sonntag der Passionszeit und Palmsonntag) sind abzuziehen.
Der Name Aschermittwoch kommt vom katholischen Brauch, die Asche von Palmzweigen des Palmsonntags des Vorjahres zu segnen und die Gläubigen auf der Stirn mit einem Kreuz aus dieser Asche zu zeichnen. Am Aschermittwoch findet als Auftakt der Fastenzeit oft ein Fischessen statt.