Pastor Wolfram Kistner in Johannesburg verstorben

Pressemitteilung 05. Dezember 2006

Gedenkgottesdienst am 18. Dezember in Hannover

Dr. Wolfram Kistner, Pastor der hannoverschen Landeskirche und zuletzt bis zu seiner Pensionierung im Jahr 1988 Direktor der Abteilung "Gerechtigkeit und Versöhnung" des Südafrikanischen Kirchenrates ist am 4.12.2006 im Alter von 83 Jahren in Johannesburg/Südafrika gestorben.
Zum Gedenken an Wolfram Kistner wird auf Einladung der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers am Montag, dem 18. Dezember 2006 um 12.00 Uhr, ein Gottesdienst in der Neustädter Hof-und Stadtkirche stattfinden.
Wolfram Kistner wurde am 19.2.1923 als Sohn eines Missionarsehepaars in Hermannsburg/Natal (Südafrika) geboren. Er studierte von 1948 bis 1952 Theologie in Göttingen, Heidelberg und Erlangen und wurde in Oberkotzau (Oberfranken) zum Pastor ordiniert.
Von 1955 bis 1964 unterrichtete er an der Hermannsburger Schulanstalt in Hermannsburg/Natal und leitete von 1965 bis 1969 die Hermannsburger Mission in Südafrika. Für drei Jahre kehrte er als Gemeindepastor nach Neuenkirchen bei Rotenburg/Wümme nach Deutschland zurück. Ab 1972 lehrte er an der Theologischen Abteilung der Universität von Natal in Pietermaritzburg (Südafrika). 1975 wurde er zum Leiter der Abteilung "Gerechtigkeit und Versöhnung" des Südafrikanischen Kirchenrates berufen und verließ damit die weiße lutherische Kirche Südafrikas um sich für ein Ende der Apartheid einzusetzen und gegen die Rassendiskriminierung zu kämpfen.
1988 wurde er in Deutschland mit dem Bundesverdienstkreuz geehrt.

Auf seinen Rat hörten sowohl die Vertreter und Vertreterinnen der kirchlichen Zusammenschlüsse als auch die Mitglieder der verschiedenen Aktionsgruppen, die sich in Deutschland für ein Ende der Apartheid im Südlichen Afrika einsetzten. Auch nach seiner Pensionierung blieb Wolfram Kistner, der im Ecumenical Advice Bureau zusammen mit Christian Beyers Naudé die Kirchen in Südafrika und in aller Welt in ökumenischen Fragen beriet, ein gefragter Gesprächspartner. Dies gilt auch für die vielen Besucher, die das Südafrika nach der Apartheid besuchten.

Ihnen allen wird mit dem Gedenkgottesdienst der Landeskirche Hannovers Gelegenheit gegeben, seiner in Dankbarkeit gegenüber Gott zu gedenken und seiner Frau Adelheid sowie den Angehörigen, insbesondere seinen drei Töchtern und dem Sohn, ihre Anteilnahme zu übermitteln. Im Anschluss an den Gottesdienst wird Gelegenheit zu Gesprächen und Austausch über das Leben und die Arbeit von Wolfram Kistner sein.

Hannover, 5.12.2006 - Pressestelle der Landeskirche