Gesundheit um jeden Preis?

Pressemitteilung 30. September 2003

Offen gesagt .....
Gespräche mit Pastor Claus-Ulrich Heinke

Krankheit und Leid würden wir am liebsten abschaffen. Der Traum scheint irgendwann möglich: Vor allem die Gentechnik verheißt weniger Behinderung, weniger Elend. Aber wohin führt die Hoffnung auf den allzeit gesunden Menschen?

Darüber diskutiert Pastor Claus-Ulrich Heinke mit der an der Parkinson-Krankheit leidenden Gisela Steinert, die auf neue Medikamente hofft, und mit Peter Radtke, der Glasknochen hat und die negativen Auswirkungen der Gentechnik fürchtet. Zu Gast außerdem Dietmar Mieth, Theologe und Mitglied der Ethikkommission des Bundes- tages.

Für Gisela Steinert gibt es keinen Zweifel: Wenn es gelingt, im Rahmen von Embryonenforschung ein Heil- mittel gegen die Parkinsonkranken zu finden, ist das ethisch gerechtfertigt. „Embryonen sind noch kein Leben. Erst wenn ein befruchtetes Ei sich in einer Frau festsetzt, ist es Leben, das wir nicht mehr anrühren dürfen.“ Diese Meinung vertritt die selbst an Parkinson Erkrankte in der neuen Folge der NDR-Fernsehsendung „Offen gesagt...Gespräche mit Pastor Claus-Ulrich Heinke“. Der NDR-Fernsehpastor hat auch den Theologen Dietmar Mieth eingeladen. Er ist Mitglied der Ethikkommission und hat als katholischer Moraltheologe eine klare Gegenposition, worüber er mit der Parkinsonkranken in der Sendung diskutieren wird. Peter Radke, der dritte Gast der Sendung, ist selbst durch die Glasknochenkrankheit schwerst behindert. Trotzdem hat er sich als Autor und Schauspieler einen bundesweiten Namen gemacht. Der Bundeskanzler berief ihn in den Nationalen Ethikrat. Er warnt davor, dass mit der modernen Medizinforschung ein Menschenbild entsteht, das alles Kranke, Behinderte und Leidende beseitigen will. Er lehnt es ab, Gesundheit um jeden Preis zu erstreben, wenn der Preis mit der Manipulation an werdendem Leben verbunden ist.

NDR Fernsehen – 03.10.2003, 14.00 Uhr