Generalsekretär des Lutherischen Weltbundes besucht die Landeskirche

Pressemitteilung 06. Februar 2003

Dr. Ishmael Noko zu Gast in Hannover

Auf Einladung von Landesbischöfin Dr. Margot Käßmann ist Pfarrer Dr. Ishmael Noko von Samstag, 8. Februar bis Dienstag 11. Februar Gast der hannoverschen Landeskirche.

Der Generalsekretär des Lutherischen Weltbundes (LWB) wird am Sonntag, 9. Februar um 10.00 Uhr zusammen mit Landesbischöfin Dr. Margot Käßmann den Gottesdienst in der Marktkirche Hannover halten.

Am Montag 10. Februar besucht er das evangelische Gymnasium Andreanum in Hildesheim und diskutiert mit Schülerinnen und Schülern.

Ebenfalls am Montag trifft sich Noko mit den hannoverschen Delegierten für die Vollversammlung des LWB, die vom 21.-31. Juli in Winnipeg/Kanada stattfinden wird. In Winnipeg wird Landesbischöfin Dr. Käßmann eines der beiden Hauptreferate halten.

Wir laden Sie ein zu einem Pressegespräch am Dienstag, 11. Februar um 10.15 Uhr, im Landeskirchenamt Hannover, Rote Reihe 6, Raum 137
Ihre Gesprächspartner sind:
Dr. Ishmael Noko, Generalsekretär des LWB, Genf
Dr. Margot Käßmann, Landesbischöfin, Hannover

Im Rahmen seiner Besuchsreise ist Ishmael Noko am 7. und 8. Februar Gast der Nordelbischen Synode in Rendsburg und wird am Dienstagmittag (11.Februar) im Kirchenamt der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands (VELKD) in Hannover empfangen.
Dr. Noko ist Pfarrer der Evangelisch-lutherischen Kirche in Simbabwe und der erste afrikanische Generalsekretär des LWB.

Der Lutherische Weltbund (LWB) ist eine Gemeinschaft lutherischer Kirchen weltweit. 1947 in Lund (Schweden) gegründet, zählt er inzwischen 136 Mitgliedskirchen, denen rund 61,7 Millionen der weltweit rund 65,4 Millionen LutheranerInnen in 76 Ländern angehören.
Der Generalsekretär führt die Geschäfte des Weltbundes mit Unterstützung des Kabinetts, dem die vom Rat ernannten LeiterInnen der Abteilungen und Büros angehören und setzt die Beschlüsse der Vollversammlung und des Rates um. Er ist dem Rat für die geleistete Arbeit verantwortlich und erstattet der Vollversammlung und dem Rat Bericht.

Zur Person:
Pfarrer Dr. Ishmael Noko, Generalsekretär des Lutherischen Weltbundes (LWB)

Pfr. Dr. Ishmael Noko ist der erste afrikanische Generalsekretär des Lutherischen Weltbundes (LWB). Noko wurde am 29. Oktober 1943 in Simbabwe – dem ehemaligen Rhodesien –geboren, wo er die Grundschule und das Gymnasium besuchte. Dr. Noko ist ordinierter Pfarrer der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Simbabwe, hat mehrere Jahre als Universitätsdozent Theologie gelehrt und steht seit 1982 im Dienst des LWB.

Dr. Noko studierte Theologie an der Universität von Südafrika in Prätoria und an der Universität von Zululand. 1971 erwarb er mit den Hauptfächern systematische Theologie, Kirchengeschichte und Exegese das Bachelor-Diplom. Nach seiner Ordination 1972 setzte er sein Studium in Kanada fort und erwarb 1974 am Lutherischen Theologischen Seminar in Saskatoon mit einer Arbeit zum Thema „Die Gemeinschaft der Heiligen aus afrikanischer Sicht“ seinen Master-Abschluss.

Von 1974 bis 1977 studierte Dr. Noko an der McGill-Universität in Quebec und promovierte mit einer Dissertation über das Thema „Der Gottesbegriff in der Schwarzen Theologie: Das Verständnis Gottes als Befreier und Versöhner“.

Während seiner Studienzeit in Kanada arbeitete Dr. Noko auch als Gemeindepfarrer und lehrte an der Universität. Ende 1977 erhielt er einen Lehrauftrag an der Universität von Botswana und wurde zwei Jahre später zum Dekan der Abteilung für Theologie und Religionswissenschaften ernannt. Darüber hinaus war er drei Jahre als Dekan der Fakultät für Geisteswissenschaften tätig.

Im Mai 1982 folgte Dr. Noko dem Ruf des LWB und verliess die Universität von Botswana, um in der LWB-Abteilung für Weltdienst das Referat für Flüchtlings-fragen zu übernehmen, wo er mit kirchlichen Flüchtlingsdiensten, dem Hohen Flüchtlingskommissar der Vereinten Nationen, der OAU (Organisation für afrikanische Einheit) und anderen Organisationen zusammenarbeitete. Als Vorsitzender eines Unterausschusses nahm er an verschiedenen Sitzungen des OAU-Ministerrates teil.

Am 1. Oktober 1987 wurde Dr. Noko zum Direktor der LWB-Abteilung für Kirchliche Zusammenarbeit ernannt. In dieser Position war er verantwortlich für Programme in den Bereichen theologische Ausbildung, Missionsfragen, Jugend sowie für die verschiedenen regionalen Referate. Mit der Umstrukturierung des LWB im Jahre 1990 wurde Dr. Noko Direktor der neuen Abteilung für Mission und Entwicklung, die mit über 30 MitarbeiterInnen mehr als 500 Projekte und Programme in den Bereichen christliche Ausbildung, Personal-und Ausbildungs-förderung, Jugend, Frauen, Kommunikation, Ausbildung von Führungskräften und Gesundheit verantwortlich ist.

Im Juni 1994 wurde Dr. Noko vom LWB-Rat zum Generalsekretär gewählt und trat am 1. November 1994 sein neues Amt an.

Als Generalsekretär ist er der höchste Amtsträger der Organisation, die ihre Hauptgeschäftsstelle in Genf, Schweiz, hat und über 85 MitarbeiterInnen aus 20 verschiedenen Nationen zählt. 60 internationale MitarbeiterInnen aus 24 Ländern arbeiten gemeinsam mit 5.600 inländischen Angestellten in den Länderprogrammen des LWB.

Dr. Noko nimmt nicht nur administrative Aufgaben wahr, er hat auch oberste Entscheidungsbefugnis in Ökumenefragen und leitete seitens des LWB den Prozess, der zur Unterzeichnung der Gemeinsamen Erklärung zur Rechtfertigungslehre mit der römisch-katholischen Kirche führte. In dieser Funktion steht er auch in Verbindung mit weltweiten christlichen Gemeinschaften und anderen Religions-gemeinschaften. Weiterhin ist er verantwortlich für den Bereich internationale Angelegenheiten und unterhält Kontakte zu Regierungen und politischen VerantwortungsträgerInnen. In den letzten Jahren war Dr. Noko zu Audienzen bei zahlreichen Staats- und Regierungschefs/chefinnen geladen. 1994 erhielt er den Lutherpreis, ferner ist er Ehrendoktor dreier Hochschulen (LTS Saskatoon, Kanada, LTS Philadelphia, USA, Concordia College, North Dakota, USA) und wurde am 7.Oktober 2000 zum Ehrenbürger von Slavkov (Austerlitz) in der Tschechischen Republik ernannt.

Ishmael Noko und seine Frau Gladys haben eine Tochter und zwei Söhne.