EKD-Initiative 2002: Evangelische Kirche wirbt um Vertrauen und Sympathie

Pressemitteilung 14. März 2002

Zum zweiten Mal nach der "Sonntagskampagne" (1999) gehen alle 24 Gliedkirchen der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) in die Öffentlichkeit. Das Ziel der "EKD-Initiative 2002", die am 14. März 2002 in der hannoverschen Landeskirche startet, ist es, die öffentliche Wahrnehmung der Evangelischen Kirche zu stärken und um Vertrauen und Sympathie zu werben.

Dabei geht es aber nicht einfach darum, Aufmerksamkeit zu erregen, sondern einen Anstoß zum Gespräch zu geben. Dies geschieht in einer bundesweiten Aktion mit Großplakaten, deren Motive auch in Zeitschriften-Anzeigen erscheinen werden.

Gesprächsbereit zeigt sich die Evangelische Kirche mit einer bundesweiten Hotline (0180 - 3000 785), die werktags zwischen 9 und 21 Uhr zu erreichen ist. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den einzelnen Landeskirchen stellen sich den Fragen der Anrufenden. Darüber hinaus ist rund um die Uhr eine Kontaktaufnahme unter der E-Mail-Adresse meinefrage@ekd.de möglich. Außerdem gibt es eine Kampagnen-Seite im Internet unter www.ekd.de. Surfer finden dort Informationen zur Kampagne und ein moderiertes Diskussionsforum zum Kampagnen-Thema des Monats.

Die Image-Kampagne wurde in den vergangenen zwei Jahren im Auftrag von Kirchenkonferenz und Rat der EKD entwickelt. Die von diesen Gremien eingesetzte Arbeitsgruppe, zu der auch der Präsident des hannoverschen Landeskirchenamtes,
Dr. Eckhart von Vietinghoff, gehörte, ließ sich beraten von Bernd-Jürgen Martini (Markt- und Medien-Analyst) und Thomas Koch (TKM Starcom).

Nach der Ausschreibung eines Wettbewerbs, an dem sich fünf führende Kreativagenturen beteiligten, erhielten Melle, Pufe, W,H,S aus Berlin den Zuschlag.

Die Evangelische Kirche möchte durch die Kampagne mit den Menschen wieder ins Gespräch kommen, die der Kirche distanziert gegenüber stehen. D.h. sowohl mit denen, die - vor allem im Osten Deutschlands - nie zu einer Kirche gehört haben, als auch mit jenen, die ihre Kirchenmitgliedschaft eher passiv wahrnehmen. Sie werden durch die Angebote der Kirche nur schwer erreicht.

Die Initiative verfolgt das Ziel, zu diesen "Kirchendistanzierten" Kontakt herzustellen, bzw. lockere Kontakte wieder zu intensivieren.

Den evangelischen "Markenkern": Gnade erfahren, Freiheit leben, Verantwortung übernehmen, Vielfalt gestalten setzt die Initiative in Sinn-Fragen um, für die keine endgültigen Antworten vorgegeben werden.

"Lassen Sie uns gemeinsam Antworten finden": Dieses Motto zeigt die Evangelische Kirche als einen "Raum", in dem Fragen erwünscht und "erlaubt" sind. Und es wird signalisiert, dass nicht ein kirchliches Lehramt die fertigen (und richtigen!) Antworten schon in der Hinterhand hat.

Die fünf für die Initiative bis jetzt vorgesehenen Fragen haben jeweils einen Bezug zum Kichenjahr oder zu "weltlichen" Ereignissen. Die erste Frage in der vorösterlichen Zeit lautet: "Woran denken Sie bei Ostern?" Vor dem 1. Mai fragen wir: "Ist der Mensch nur soviel wert, wie er verdient?" Die Mai-Frage heißt: "Was ist Glück?" Zur Fußballweltmeisterschaft wagen wir zu fragen: "Sind Fußballer unsere wahren Götter?" Und in den Urlaub begleitet die Menschen die Frage: "Wohin wollen Sie eigentlich?"

Mehrere Antwortmöglichkeiten nach dem Multiple-Choice-Verfahren signalisieren auf den ersten Blick: Das ist schnell beantwortet. Beim zweiten Hinschauen zeigt sich der Widerhaken: Ist diese Frage wirklich schon beantwortet in meinem Leben? Die Evangelische Kirche hofft, dass viele Menschen sich ansprechen lassen und ins Gespräch kommen mit ihren Nachbarn, Arbeitskollegen, Freunden, aber auch mit der Evangelischen Kirche selber.

Neben den Kontaktmöglichkeiten über Hotline, Internet und E-Mail wird es in vielen Gemeinden der Landeskirche Gespräche, Veranstaltungen und Gottesdienste zu den jeweiligen Themen des Monats geben. Viele Kirchengemeinden haben schon von der Möglichkeit Gebrauch gemacht, Plakate, Postkarten und Aufkleber zu bestellen. Etwa die Hälfte der ca. 110.000 Medien sind bis heute verschickt worden.

Die kirchlichen "Insider" sind von Landesbischöfin Dr. Margot Käßmann ermuntert worden, denen, die auf die Plakate und Anzeigen fragend reagieren, die eigenen Glaubens-Antworten anzubieten.

Mit den Verantwortlichen in EKD und Landeskirchen hoffen Landesbischöfin Dr. Käßmann und Präsident Dr. von Vietinghoff , dass die Initiative viele Menschen einlädt, die Evangelische Kirche neu zu entdecken als Raum, in dem Fragen des Lebens gestellt werden können.