Landesbischof Meister wünscht Muslimen in Niedersachsen "gesegneten Ramadan"

Pressemitteilung 19. Juli 2012

Der Vorsitzende des Rates der Konföderation evangelischer Kirchen in Niedersachsen, Landesbischof Ralf Meister (Hannover) schreibt an die muslimischen Gemeinden in Niedersachsen:

"Im Namen der Konföderation evangelischer Kirchen in Niedersachsen wünsche ich Ihnen, Ihren Familien, den Moscheen und allen Musliminnen und Muslimen in Niedersachsen einen gesegneten Ramadan.

Im Ramadan, so habe ich es in vielen Gesprächen gelernt, sollen die Ausrichtung auf Gott und das Wohlergehen der Gemeinschaft den Alltag ganz und gar bestimmen: Gebet und gute Taten, die Übung der Enthaltsamkeit und die Speisung der Armen und Bedürftigen. Und ich finde es beeindruckend, wenn mir jemand erklärt, was das für ihn ganz persönlich bedeutet: dass er zum Beispiel im Ramadan alles daran setzt, dass es keinen Streit gibt in der Familie, keine lauten Worte, kein Lästern über die Nachbarn und kein Meckern und Stöhnen am Arbeitsplatz.

Ich freue mich, dass es inzwischen gute Tradition geworden ist, dass Muslime zum Fastenbrechen auch Christen einladen. Das ist ein Zeichen der Verbundenheit und des Vertrauens zwischen Muslimen und Christen, das wir als evangelische Kirche sehr zu schätzen wissen.

Viele unter Ihnen sind in diesen Tagen erschüttert über das, was in Deutschland unter den Augen der Polizei und des Verfassungsschutzes passiert ist. Jahrelang konnten Menschen mordend durch das Land ziehen. Ich versichere Ihnen: Wir als evangelische Christen sind darüber so erschüttert wie Sie.

Ein zweites Thema, das Sie bewegt und zu dem sich die Landesverbände mit sehr deutlichen Worten geäußert haben, ist die Frage des rechten Umgangs mit dem sich auf den Islam berufenden Terrorismus. Mit Ihnen bin ich der Auffassung, dass wir an diesem Punkt nur gemeinsam vorankommen, in einer energischen und mutigen Koalition aller Demokraten, gleich welcher Herkunft und Religion!

Ein drittes und letztes Thema, das viele von Ihnen bewegt, ist das Urteil des Kölner Landgerichts zur Beschneidung und die Debatte, die seither in Deutschland geführt wird. Sie wissen, dass wir als Evangelische Kirche in dieser Frage von Anfang an auf Ihrer Seite gestanden haben. Mit Ihnen bin ich froh darüber, dass der Bundestag in dieser Woche schnell reagiert und die Bundesregierung aufgefordert hat, noch in diesem Jahr ein Gesetz vorzulegen, das eine medizinisch fachgerechte Beschneidung für zulässig erklärt, so dass Sie und die jüdischen Gemeinden im Land Rechtssicherheit in diesem für Sie wesentlichen Punkt haben.

Möge der Ramadan Sie und die Gemeinschaft von Muslimen und Christen in Niedersachsen stärken!

Ramadan mubarak wünscht
Ihr Ralf Meister, Landesbischof"


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Hannover, 20.07.2012
Dr. Johannes Neukirch, Pressesprecher
Pressestelle der Konföderation evangelischer Kirchen in Niedersachsen
Rote Reihe 6, 30169 Hannover. Tel.: 0511 / 1241-399,
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