Kirche sieht Aushöhlung des Sonntagsschutzes durch neue Ladenöffnungszeiten

Pressemitteilung 10. März 2007

Hannover/Braunschweig. Die evangelischen Kirchen bewerten das neue Ladenöffnungsgesetz in Niedersachsen nur bedingt positiv. Der Sonntag gehöre zu den wichtigen Beiträgen des Christentums für Kultur und Gesellschaft in unserem Land, betonte der Ratsvorsitzende der Konföderation evangelischer Kirchen in Niedersachsen, Landesbischof Dr. Friedrich Weber (Braunschweig), vor der Konföderationssynode am Samstag, 11. März, in Hannover.

Die Kirche sei zwar dankbar, dass das Gesetz von einem grundsätzlichen Verkaufsverbot an Sonntagen ausgehe. Positiv sei auch, dass nicht nur die zentralen Feier- und Gedenktage von Ladenöffnungen verschont bleiben, sondern auch die Adventssonntage, der erste und zweite Weihnachtstag sowie der Ostermontag und der Pfingstmontag.

Bedenklich sei aber die weitere Liberalisierung beim Warenverkauf in Bade-, Kur- und Wallfahrtsorten sowie auf Bahnhöfen und künftig auch auf Omnibusbahnhöfen sowie Flug- und Fährhäfen. Auch die Tatsache, dass die zulässigen vier verkaufsoffenen Sonntage nicht mehr an besondere Veranstaltungen gebunden sein müssen, stelle eine Aushöhlung des Sonntagsschutzes dar.

Der Ratsvorsitzende bedauerte außerdem, dass das neue Gesetz nicht dafür sorge, dass die Geschäfte am Samstagabend bereits um 20 Uhr schließen. Die Kirchen seien besorgt, dass durch längere Öffnungszeiten die Einstimmung auf den Sonntag als freier Tag misslingt. Es müsse deutlich bleiben, dass der Sonntag als Tag der seelischen Erhebung zu Recht auch grundgesetzlich geschützt sei, so Weber.

Hannover, 10.3.2006
Pressestelle der Konföderation