Bedford-Strohm beklagt Mangel an Empathie in Abschiebungsdebatte

Nachricht 12. Juli 2018

Hannover. Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Heinrich Bedford-Strohm, beklagt fehlende Empathie in der Debatte über Abschiebungen. "Immer mehr Menschen, besonders auch in den christlichen Kirchen, wollen den Auszug der Empathie aus den öffentlichen Diskussionen um die Flüchtlingspolitik nicht länger hinnehmen", sagte Bedford-Strohm dem "RedaktionsNetzwerk Deutschland" (Donnerstag). "Die Entwicklungen der letzten Tage machen dieses Anliegen umso dringlicher."

Damit bezog sich der bayerische Landesbischof indirekt auf Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU). Dieser war mit Äußerungen über den jüngste Abschiebungen nach Afghanistan auf zum Teil scharfen Widerspruch gestoßen.

"Es ist eine Atmosphäre entstanden, in der nicht die Rettung des Lebens von Menschen als Erfolg gesehen wird, sondern ihre Abschiebung in möglichst großer Zahl", sagte Bedford-Strohm. "Als Christen glauben wir, dass jeder Mensch geschaffen ist zum Bilde Gottes." Wer den christlichen Glauben ernst nehme, müsse in seinem öffentlichen Reden und politischen Handeln die damit verbundene Achtung vor jedem Menschen zum Ausdruck bringen, betonte der EKD-Ratsvorsitzende.

epd Landesdienst Niedersachsen-Bremen