Mehr Einsätze von Notfallseelsorgern

Nachricht 13. Februar 2018

Lüneburg/Celle. Die Zahl der Einsätze für die Notfallseelsorger im Evangelisch-lutherischen Sprengel Lüneburg ist im vergangenen Jahr nach Schätzungen der Verantwortlichen gestiegen. Insgesamt seien die Seelsorger im Jahr 2017 zu rund 350 Einsätzen gerufen worden, teilten die Sprengel-Beauftragten am Sonnabend mit. Genaue Zahlen zum Vorjahr könnten nicht genannt werden. Statistiken zu einzelnen Kirchenkreisen ließen aber eine "deutliche Steigerung" erkennen.

Insbesondere hätten die Einsätze im Zusammenhang von Suizid zugenommen, hieß es. Zum Großteil begleiteten die Seelsorger die Polizei beim Überbringen von Todesnachrichten. Während die Polizeibeamten dabei die Fakten vermittelten, stünden die Notfallseelsorger den Betroffenen anschließend emotional zur Seite. Die Notfallseelsorger betreuten zudem Angehörige nach Verkehrsunfällen oder erfolglosen Reanimationsversuchen.

Auch im Brandfall seien sie gefragt, sagte der Celler Notfallseelsorger Pastor Karsten Willemer. "Wenn ein Haus brennt und Menschen mit ihrer Wohnung Hab und Gut verlieren, müssen wir da sein." Zudem hätten Einsatzkräfte der Feuerwehr nach belastenden Einsätzen die Hilfe der Seelsorger in Anspruch genommen. Im Wendland sei zusammen mit erfahrenen Feuerwehrleuten ein Einsatz-Nachsorgeteam gebildet worden.

Die Notfallseelsorge ist ein ökumenisches Angebot der Kirchen, das Menschen in akuten Krisen wie Unglückfällen beistehen soll. Dies geschieht in enger Zusammenarbeit mit den Rettungs- und Hilfsdiensten. Bundesweit leisten dabei nach kirchlichen Angaben derzeit rund 7.500 haupt- und ehrenamtliche Mitarbeiter pro Jahr etwa 21.000 Einsätze, bei denen sie Opfern und Einsatzkräften zur Seite stehen.

epd-Landesdienst Niedersachsen-Bremen