Gedenkveranstaltung erinnert an Befreiung von Bergen-Belsen

Nachricht 21. April 2017

Bergen-Belsen/Kr. Celle. Mit Gedenk-veranstaltungen und einer Ausstellungseröffnung erinnern das Land und die jüdischen Gemeinden in Niedersachsen an die Befreiung des Konzentrationslagers Bergen-Belsen vor 72 Jahren. Dazu werden an diesem Sonntag (23. April) unter anderem die Vizepräsidentin des deutschen Bundestages Edelgard Bulmahn (SPD), Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) und Niedersachsens Kultusministerin Frauke Heiligenstadt (SPD) erwartet, wie die Stiftung niedersächsische Gedenkstätten mitteilte. Hauptrednerin ist die KZ-Überlebende Anastasja Gulej aus der Ukraine.

Thematisch stehen in diesem Jahr die politischen Gefangenen des Konzentrationslagers im Mittelpunkt, sagte Sprecherin Stephanie Billib. Bei dem Gedenktag wird eine Ausstellung eröffnet, die Studierende der Leibniz Universität Hannover gemeinsam mit der Gedenkstätte entwickelt haben. Unter der Überschrift "Roter Winkel" erinnert sie an die Zehntausenden Männer und Frauen, die zwischen 1943 und 1945 als politische Gefangene nach Bergen-Belsen verschleppt wurden und zum großen Teil dort starben. Sie mussten als Kennzeichen einen roten Winkel an ihrer Häftlingskleidung tragen.

Der frühere Braunschweiger Ministerpräsident Heinrich Jasper zählte den Angaben zufolge zu den Tausenden Widerstandskämpfern aus allen Teilen Europas, die in Bergen-Belsen starben. Auch mindestens acht Reichstagsabgeordnete der Weimarer Republik kamen in dem Lager um.

Am 15. April 1945 hatten britische Truppen das Konzentrationslager in der Lüneburger Heide bei Celle befreit. In Bergen-Belsen wurden mehr als 52.000 KZ-Häftlinge und rund 20.000 Kriegsgefangene ermordet oder starben an Hunger, Durst, Krankheiten und den Folgen der Haft.

epd-Landesdienst Niedersachsen-Bremen