Lüneburger Landessuperintendent Rathing für zügige Asylverfahren

Nachricht 30. September 2014

Winsen/Luhe (epd). Der Lüneburger Landessuperintendent Dieter Rathing hat zügige Asylverfahren für Flüchtlinge gefordert. Der Umgang mit Flüchtlingen in Deutschland sei eine Herausforderung für alle Beteiligten, sagte er am Dienstagabend bei einer Podiumsdiskussion der Hanns-Lilje-Stiftung in Winsen (Luhe). Er berge Chancen, erfordere aber auch Anstrengungen. Es sei darum besonders wichtig, möglichst früh Klarheit zu schaffen über die Chancen eines Asylverfahrens.

Zu der Veranstaltung "Zuwanderung - Last oder Chance?" waren Vertreter von Kirche, Unternehmen und Kommunen in die Winsener St. Jakobuskirche gekommen. Rathing leitet als Landessuperintendent den Sprengel Lüneburg, der von Wolfsburg bis kurz vor Hamburg reicht.

Bei jedem Flüchtling handele es sich um ein Einzelschicksal, das auch individuell behandelt werden müsse, betonte der Vorstandssprecher der Diakonie in Niedersachsen, Christoph Künkel. Die meisten hätten in ihrer Heimat Unrecht erlitten: "Flüchtlinge sind allesamt traumatisiert." Künkel lobte die gemeinsamen Bemühungen von Verwaltung und Kirche im Landkreis Harburg, Flüchtlinge für die Dauer des Aufenthalts zu unterstützen. Diese seien wegweisend in Niedersachsen.

Der Bundestagsabgeordnete Michael Grosse-Brömer (CDU) erinnerte an die historische Verantwortung Deutschlands gegenüber Menschen, die vor politischer Verfolgung geflohen seien. "Und Deutschland braucht Zuwanderung", sagte er. Gleichwohl sprach er sich deutlich für eine Abgrenzung gegenüber Zuwanderern aus, die aus Ländern ohne politische Verfolgung stammten.

Rainer Kaminski vom Landkreis Harburg beklagte die kurzen Fristen, innerhalb derer neue Unterkünfte gefunden oder errichtet werden müssten. Dies stelle die Verwaltungen vor kaum lösbare Probleme. Er forderte eine entsprechende Änderung des Ausländerrechts, da es nicht mehr den tatsächlichen Gegebenheiten entspreche.

Die Bundestagsabgeordnete Svenja Stadler (SPD) lobte die vielfältigen Bemühungen im Landkreis Harburg für Flüchtlinge durch Internationale Cafés, Sprachkurse und Beschäftigungsprogramme. "Sprache und Arbeit sind das A und O beim Zugang zu Teilhabe", sagte sie. Unzählige Ehrenamtliche leisteten hier Großartiges.

Unter dem Thema "Stadt, Land, Lust" stellt die evangelische Hanns-Lilje-Stiftung in diesem Jahr an insgesamt sechs Orten in Niedersachsen Probleme der Kommunen zur Diskussion. Den Abschluss bildet am 14. Oktober ein Treffen von Landesbischof Ralf Meister mit dem niedersächsischen Ministerpräsidenten Stephan Weil (SPD) in der Hildesheimer St. Michaeliskirche.

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