Erstes "Stadtkloster" in hannoverscher Landeskirche öffnet seine Türen    

Nachricht 13. September 2014

 Hannover (epd). Das erste "Stadtkloster" in der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers hat am Sonntag seine Pforten geöffnet. Im Kirchenzentrum Kronsberg in Hannover ist künftig das Projekt "Kirche der Stille" beheimatet, sagte Pastorin Maike Ewert als Projektleiterin. Dort soll es etwa Tageskurse und Abendveranstaltungen geben, bei denen Menschen Wege der Meditation erproben und vertiefen können.

Das im Jahr 2000 eingeweihte Kirchenzentrum in der Nähe des Messegeländes wurde anlässlich der Weltausstellung Expo 2000 im Stil eines mittelalterlicher Klosters errichtet: mit einem Kreuzgang und einem Garten im Innenhof. Es ist aus modernen Materialien wie Glas, Stahl und Beton gestaltet.
 
Vier Studenten sollen dort gemeinsam und preisgünstig leben und in einem "Kloster auf Zeit" einen eigenen spirituellen Weg entwickeln. Zugleich sollen sie in der örtlichen St. Johannis-Kirchengemeinde mitarbeiten, die das Kirchenzentrum weiterhin für Gottesdienste und Veranstaltungen nutzt. Das Projekt ist auf vier Jahre befristet.
 
"Ruhe, Stille und Konzentration werden in der lärmigen Welt dringend gebraucht", sagte Ewert, die zuvor als Krankenhauspastorin gearbeitet hat. Sie ließen die Menschen gelassener, liebesfähiger und auch friedfertiger werden. Die Kirche investiert für das Projekt insgesamt 350.000 Euro. Jeweils ein Drittel davon steuern die Landeskirche, der Stadtkirchenverband und der kirchliche Innovationsfonds bei.
 
Evangelischer Glaube und klösterliche Stille passten sehr gut zusammen, sagte Ewert. Im ländlichen Raum der Landeskirche gebe es zahlreiche Klöster mit Angeboten der Stille wie das Kloster Wülfinghausen oder das Kloster Wennigsen bei Hannover. Zur Vielfalt des klösterlichen Lebens könne das Kirchenzentrum auf dem Kronsberg jetzt einen städtischen Beitrag leisten.
 

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