Kirchliches Zukunftsforum diskutiert Perspektiven für Niedersachsen

Nachricht 10. Juli 2014

Experten fordern Investitionen für Mobilität im Elbe-Weser-Raum

Podium Werkstattgespräch Demografischer Wandel
Podium Werkstattgespräch Demografischer Wandel am 10.7.14 in Cuxhaven (v.l.): Landrat Peter Bohlmann (Verden), Parl. Staatssekretär Enak Ferlemann, Moderation Tanja Schulz, Maike Bielfeldt (Hauptgeschäftsführerin IHK Stade), Landessuperintendent Dr. Hans Christian Brandy. Foto: Dieter Sell.

Cuxhaven (epd). Der Elbe-Weser-Raum braucht nach Auffassung von Experten aus Politik und Wirtschaft mehr Investitionen in Mobilität und Infrastruktur. "Das ist ein Riesenthema für unsere Mitglieder", sagte die Hauptgeschäftsführerin der Industrie- und Handelskammer Stade, Maike Bielfeldt, am Donnerstagabend bei einem Zukunftsforum in Cuxhaven. "Infrastruktur bedeutet Wachstum, Wachstum bedeutet Wohlstand." Eigentlich liege die Region günstig für Unternehmensansiedlungen. Doch es fehlten Straßen, um Waren zu transportieren.

Im Verlauf des Forums der kirchlichen Hanns-Lilje-Stiftung sagte der CDU-Bundestagsabgeordnete und Verkehrs-Staatssekretär Enak Ferlemann, wichtigstes Thema für die vielen Pendler in der Region sei der Öffentliche Personennahverkehr (ÖPNV). Er spiegele einen wichtigen Teil der Lebensqualität wider. In diesem Bereich müsse erhalten und ausgebaut werden. Der Verdener Landrat Peter Bohlmann (SPD) ergänzte, der ÖPNV sei teilweise unübersichtlich. Da müsse sich in der Grundausrichtung "einiges ändern".

Bohlmann skizzierte einen ÖPNV, der sich auf gut entwickelte Hauptlinien konzentriert. Sammeltaxis und Bürgerbusse könnten das System als Zubringer ergänzen. So könne eine ländliche Region für Ältere und junge Familien attraktiv bleiben. Das gegenwärtige Netz habe Schwächen. So denken Senioren nach seinen Worten zunehmend über einen Umzug aus ihrem Heimatdorf in das nächstgelegene Mittelzentrum nach, weil die Mobilität fehlt.

Der Stader Landessuperintendent Hans Christian Brandy lobte in diesem Zusammenhang Kooperationen wie die Bürgerbusse. Initiativen dieser Art seien zukunftsorientiert. Doch Lebensqualität auf dem Land sei mehr als Arbeitsplätze und ÖPNV. Auch Bildung und Kultur gehörten dazu, um Menschen trotz des demografischen Wandels in den Regionen zu halten. In beiden Bereichen könne mehr getan werden.

Brandy schlug unter anderem eine neue Hochschule in der Region vor. Der Synodale der hannoverschen Landeskirche und Redaktionsleiter der Cuxhavener Nachrichten, Hans-Christian Winters, nahm das Votum auf und sprach von einer Fachhochschule für Touristik in Cuxhaven.

Das Forum in der Cuxhavener St.-Petri-Kirche gehörte zu einer Veranstaltungsreihe der Hanns-Lilje-Stiftung unter dem Titel "Stadt, Land, Lust". In diesem Rahmen diskutieren Vertreter aus Kirche, Politik und Wirtschaft bis Ende September in allen Regionen Niedersachsens Herausforderungen des demografischen Wandels für den ländlichen Raum. Zum Abschluss wollen Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) und der hannoversche Landesbischof Ralf Meister am 14. Oktober in Hildesheim Zukunftsperspektiven für Niedersachsen erörtern.

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