Ephorenkonferenz Ostfriesland-Ems zu Gast in der Dokumentationsstätte Gnadenkirche Tidofeld

Nachricht 04. März 2014
Ephoren Ostfriesland-Emsland Tidofeld
Superintendent Dr. Helmut Kirschstein führte Landessuperintendent Dr. Detlef Klahr (Bildmitte) und die Superintendenten (von links) Burghard Klemenz (Leer), Dr. Bernd Brauer (Meppen), Gerd Bohlen (Rhauderfehn), Angela Grimm (Esens) und Tido Janssen (Aurich) durch die neue Dokumentationsstätte „Gnadenkirche Tidofeld“ in Norden. Foto: Hannegreth Grundmann.

öso. Norden. „Aus dem Schmerz der Vergangenheit lernen und eine friedliche Gegenwart unter allen Völkern gestalten“, mit diesen Worten stellte Superintendent Dr. Helmut Kirschstein Landessuperintendent Dr. Detlef Klahr und den fünf anderen Superintendenten im Sprengel Ostfriesland-Ems die Dokumentationsstätte zur Integration der Flüchtlinge und Vertriebenen in Niedersachsen und Nordwestdeutschland, die Gnadenkirche Tidofeld vor.

Zur monatlichen Ephorenkonferenz kam der Landessuperintendent diesmal mit Superintendentin Angela Grimm (Esens) und den Superintendenten Dr. Bernd Brauer (Meppen), Gerd Bohlen (Rhauderfehn), Burghard Klemenz (Leer), Tido Janssen (Aurich) und Dr. Helmut Kirschstein (Norden) nach Norden, um sich die neue Dokumentationsstätte anzusehen. Sie wurde im November 2013 unter der Schirmherrschaft von Landesbischof Ralf Meister und Ministerpräsident Stephan Weil eingeweiht.

Der Name „Gnadenkirche“ sei Programm, sagte Kirschstein. Von Anfang an hätten sich die Flüchtlinge, die nach dem Zweiten Weltkrieg überwiegend aus Schlesien hier ankamen zu Gottesdiensten zunächst in einer Baracke und ab 1961 in einer Steinkirche versammelt. In den Gottesdiensten hätten sie die Zuwendung Gottes, eben seine Gnade, erfahren und ein Stück Heimat gefunden, sagte Kirschstein.

Landessuperintendent Dr. Klahr zeigte sich begeistert von dem Engagement des Vereins „Gnadenkirche Tidofeld“ und davon, was hier an Erinnerungskultur auf den Weg gebracht wurde. „Die Not von Flucht und Vertreibung und die vielen Probleme beim Neubeginn dürfen nicht in Vergessenheit geraten“, so Klahr.

In Tidofeld war in den Jahren 1946 bis 1960 eines der größten Flüchtlingslager in Niedersachsen. 1200 Menschen lebten hier zur gleichen Zeit und insgesamt 6000 Personen fanden hier ein Zuhause.

Die Ausstellung veranschaulicht mit modernsten Multimedia-Mitteln die größte Zwangsmigration in der europäischen Geschichte. Die persönlichen Erfahrungen werden durch Zeitzeugeninterviews vorgestellt. Der Einsatz von Filmen stellt sich besonders auf die jugendlichen Besucher ein und führt die aktuelle Bedeutung der Integration anhand globaler Entwicklungen vor Augen. Kirschstein hofft auf viele Konfirmanden- und Schulgruppen, aber auch auf Frauen- und Männerkreise aus ganz Ostfriesland und darüber hinaus. Auch für einzelne Besucher und unter touristischem Aspekt sei die Dokumentation höchst interessant. Ältere Besucher werden besonders durch die persönlichen Exponate angesprochen, die an die eigene Kindheit erinnern.

Der Verein „Gnadenkirche Tidofeld e.V.“ hatte nach einer achtjährigen Planungszeit die Ausstellung eröffnen können. Der Verein geht zurück auf eine im Jahr 2005 eingerichtete Projektgruppe des Evangelisch-lutherischen Kirchenkreises Norden. Er wurde im Mai 2009 gegründet.