Gemeinde stark machen: Wahltag der Kirchenvorstände

Nachricht 17. März 2012

Am Sonntag, 18. März wurden in den 1.461 Kirchen- und Kapellengemeinden der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers die Kirchen- und Kapellenvorstände gewählt. Ca. 2,45 Millionen wahlberechtigte Kirchenmitglieder entschieden in den Wahllokalen oder per Briefwahl über die Besetzung des Leitungsgremiums der Gemeinde. Gemeinsam mit dem Pfarramt ist der Kirchenvorstand für die Erfüllung der Aufgaben der Kirchengemeinde verantwortlich. Ca. 7.500 Kirchenvorsteherinnen und Kirchenvorsteher wurden direkt gewählt, ca. 3.500 werden später berufen. Die einzelnen Kirchenvorstände haben mindestens vier, maximal 15 Mitglieder.

Auch in den weiteren lutherischen Kirchen der Konföderation evangelischer Kirchen in Niedersachsen wurden am 18. März die Kirchenvorstände bzw. Gemeindekirchenräte gewählt. Zusammen mit der Evangelisch-lutherischen Landeskirche in Braunschweig, der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Oldenburg und der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Schaumburg-Lippe waren in Niedersachsen insgesamt ca. 3,2 Millionen wahlberechtigte Kirchenmitglieder in rund 1.940 Kirchenmitglieder aufgerufen, ihre Stimme abzugeben.

Die niedersachsenweite Kampagne zur Kirchenvorstands- bzw. Gemeindekirchenratswahl steht unter Motto "Gemeinde stark machen".
Weitere Informationen: www.Gemeinde-stark-machen.de

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Eindrücke vom Wahltag

Hannover (epd). Mehrere Hunderttausend Protestanten in Niedersachsen und Bremen haben am Sonntag ihre Kirchenvorstände neu gewählt. Die ehrenamtlichen Vorstände bestimmen gemeinsam mit dem Pastor oder der Pastorin das Gemeindeleben vor Ort. Sie wählen auch gemeinsam mit den Pastoren und anderen die Mitglieder der Landessynoden, die wiederum den Bischof oder die Bischöfin wählen. Die Wahl stand unter dem Motto "Gemeinde stark machen".

Aufgerufen waren rund 3,3 Millionen evangelisch-lutherische Christen ab 16 Jahren in mehr als 1.900 Gemeinden. Um ihre Stimmen warben rund 10.000 Kandidatinnen und Kandidaten. Bei der letzten Wahl 2006 schwankte die Beteiligung in den vier lutherischen Landeskirchen Niedersachsens zwischen 15 und 24 Prozent. "Kirchenvorstände und Gemeindekirchenräte leisten einen ganz konkreten Beitrag zum Leben in ihrem Dorf, ihrer Stadt", sagte der Ratsvorsitzende der Konföderation evangelischer Kirchen in Niedersachsen, Landesbischof Ralf Meister.

Zu den jüngsten Stimmberechtigten gehörten die Drillinge Joshua, Fenja und Jannika Metzner aus Müden an der Aller bei Gifhorn. Sie feierten am Wahlsonntag ihren 16. Geburtstag und hatten angekündigt, zur Wahl gehen. Alle drei wollen vor allem die Kinder- und Jugendarbeit unterstützen, Joshua spielt sogar Schlagzeug in einer Kirchenband. Der vermutlich jüngste Kandidaten ist Tim Martynczuk aus Hannover, der nach Kirchen-Angaben erst am Donnerstag 18 Jahre alt wurde und damit knapp die Bedingungen für seine Erstkandidatur erfüllte.

Für den Abend hatten viele Gemeinden zu "Wahlpartys" eingeladen, bei denen die Ergebnisse verkündet wurden. Überregionale Zahlen wollen die Landeskirchen aber erst am Montag bekanntgeben. In Vilsen bei Diepholz war ein "mobiles Wahllokal" unterwegs, um die Stimmabgabe zu erleichtern. Die Gemeinde Bokeloh bei Hannover servierte den Wählern Aufläufe unter dem Motto "Wir laufen auf - zur Kirchenvorstandswahl". In Neuenkirchen bei Osnabrück waren in der Sparkasse Papp-Kirchenvorsteher aufgestellt, denen Wünsche für die kirchliche Arbeit zugesteckt werden konnten.

Zu einer besonderen Aktion kam es in Erichshagen bei Nienburg. Hier enthüllte Pastor Andreas Iber feierlich den originalgetreuen Nachbau seiner Dorfkirche aus Legosteinen im Maßstab 1:25. Mitglieder der Gemeinde setzten für das Modell der 250 Jahre alten Corvinuskirche rund 14.500 Steine zusammen. "Unser Team hat mindestens hundert Stunden daran gearbeitet." Mit der Aktion wollte Iber die Bürger motivieren, zur Wahl zu kommen.

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