Gefängnisseelsorger kritisieren schlechte Vorbereitung auf Haftentlassung

Nachricht 02. April 2009

Osnabrück (epd). Die Straffälligenhilfe der Diakonie und die Gefängnisseelsorger in Westniedersachsen haben die schlechte Vorbereitung auf die Haftentlassung kritisiert. Gerade Inhaftierte im geschlossenen Vollzug erhielten immer seltener Ausgang oder Urlaub, um Regelungen zu treffen für die Zeit nach der Haft, sagte Burkhard Teschner vom Diakonischen Werk Osnabrück am Donnerstag. Mitarbeiter der Anlaufstellen für Straffällige und Anstaltspfarrer aus dem Emsland, Wilhelmshaven, Aurich und Osnabrück hatten sich zum jährlichen Meinungsaustausch getroffen.

Gerade die Wohnungssuche sei für viele Häftlinge mittlerweile ein aussichtsloses Unterfangen. Wenn es ihnen nicht ermöglicht werde, sich bei einem potenziellen Vermieter vorzustellen, hätten sie keine Chance auf einen Mietvertrag für den Tag der Haftentlassung, betonte
Teschner: "Damit steigt das Risiko auf erneute Straffälligkeit erheblich an."

Ursache ist seiner Ansicht nach der steigende Druck der Öffentlichkeit, wenn einzelne Inhaftierte die Lockerungen missbrauchten und etwa von einem Hafturlaub nicht zurückkehrten. Ministerium und Behörden gäben diesen Druck an die Anstaltsleitungen weiter. Die hätten deshalb seit einigen Jahren die Lockerungen erheblich eingeschränkt. Im Ergebnis liefen damit viele gute Ansätze für eine Wiedereingliederung Straffälliger ins Leere.


epd-lnb mas mir 2.4.2009
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