Vorzeigeprojekt "Arche" in Wolfsburg wird geschlossen

Nachricht 04. Januar 2008

Wolfsburg (epd). In der "Arche" in Wolfsburg, die in den 1970er-Jahren als ein Vorzeigeprojekt des Kirchlichen Dienstes in der Arbeitswelt galt, wird an diesem Sonntag der letzte Gottesdienst gefeiert. Aus Kostengründen schließt die hannoversche Landeskirche das Haus zum Ende des Monats. Eine Gruppe kirchlich engagierter Wolfsburger hat sich in einem am Freitag bekannt gewordenen Brief an Landesbischöfin Margot Käßmann gewandt und fordert eine Korrektur dieser Entscheidung.

Die Unterzeichner erinnern an die Tradition der "Arche", die bis in die 1950er-Jahre zurückreicht. Mit Unterstützung des damaligen Landesbischofs Hanns Lilje setzte sich die Idee durch, ein Industriepfarramt vor den Werkstoren von VW zu gründen. Man orientierte sich an den französischen Arbeiterpriestern, schrieb 1990 der zeitweilige Industriepfarrer Werner Läwen. Die "Arche" sei ein Zufluchtsort für besonders belastete Arbeitnehmer und für soziale Randgruppen gewesen.

1968 bis 1970 entstand das heutige Gebäude, dessen Architektur mit fünf Eingängen Offenheit widerspiegeln soll. Ein quadratischer Gottesdienstraum mit mobilem Gestühl dient zugleich als Forum und Tagungsstätte. Das "Aktuelle Forum" diskutierte hier mit VW-Managern über die Zukunft der Industriearbeit und intensivierte unter anderem die öffentliche Debatte über Volkswagen und Zwangsarbeit.

Im Gottesdienst am 6. Januar um 10 Uhr wird der Lüneburger evangelische Landessuperintendent Hans-Hermann Jantzen das Gemeindehaus entwidmen. Altar und Lesepult und weitere Gegenstände werden in die Wolfsburger Christuskirche transportiert.

(epd Niedersachsen-Bremen/b0023/04.01.08)
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