Kirchliche Feiertage sollen nicht mehr schulfrei sein

Nachricht 21. Juli 2004

Hannover (epd). Niedersachsen will die Unterrichtsbefreiung an kirchlichen Feiertagen aufheben. Stattdessen solle den Schülern ein Angebot zur Teilnahme am Gottesdienst oder anderen religiösen Veranstaltungen vermittelt werden, erklärte die Staatskanzlei am Dienstag in Hannover. Von der evangelischen Kirche wurde dieses Vorhaben begrüßt.

Oberlandeskirchenrätin Kerstin Gäfgen-Track äußerte in Hannover die Hoffnung, dass damit dem Anliegen der Feiertage in der Schule besser als bisher Rechnung getragen werden könne. "Wir gehen davon aus, dass damit ein Beitrag zur Pflege des religiösen und kulturellen Gedächtnisses der Gesellschaft geleistet wird", sagte sie dem epd. Die Schuldezernentin kündigte Material für Schulen und Gemeinden an, das möglichst viele kooperative Veranstaltungen anregen solle. Von der katholischen Kirche war am Dienstag keine Stellungnahme zu erhalten.

Der Vorschlag des Innenministers Uwe Schünemann (CDU) berücksichtige auch Wünsche von Erziehungsberechtigten, hieß es aus der Staatskanzlei.
Die Unterrichtsbefreiung für Schüler einer Konfession habe zu Problemen geführt. An manchen Schulen habe der Unterricht komplett ausfallen müssen. Für Lehrer gibt es schon seit einigen Jahren keine Unterrichtsbefreiung mehr an Feiertagen ihrer jeweiligen Kirche.

In dem Entwurf, der jetzt zur Verbandsanhörung beschlossen wurde, geht es um den Dreikönigstag, Gründonnerstag, Fronleichnam, Reformationstag, Allerheiligen und den Buß- und Bettag. An diesen Tagen könnten der Landesregierung zufolge neben Gottesdiensten Gesprächsforen, Musik- oder Theaterdarbietungen angeboten werden. Katholische Schüler können auch an der Fronleichnamsprozession teilnehmen. (epd
Niedersachsen-Bremen/b2183/20.07.04)
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