konfetti_silvester
Symbolbild. Bild: epd-bild / Jörn Neumann

Brot statt Böller: An Silvester Freude teilen

Tagesthema 29. Dezember 2017

Die Aktion „Brot statt Böller“ hat eine über 30-jährige Tradition. Erstmals sammelte eine evangelische Kirchengemeinde in Schleswig-Holstein im Jahr 1981 zum Jahreswechsel unter diesem Motto Spenden für Brot für die Welt. Immer mehr Menschen entscheiden sich dafür, Inhalte der Seitean Silvester auf Raketen und Böller zu verzichten, was die Tradition „Brot statt Böller“ weiterleben lässt.

Die Organisation ruft auch in diesem Jahr dazu auf, die Ausgaben für ein privates Feuerwerk zu reduzieren und das dadurch nicht ausgegebene Geld für einen guten Zweck zu spenden. Brot für die Welt setzt die Spenden zum Beispiel dafür ein, Projekte zu unterstützen, in denen Menschen mit sauberem Trinkwasser versorgt werden. Das ist wichtig, weil etwa 750 Millionen Menschen weltweit keinen Zugang zu Trinkwasser haben. Auf dem Land müssen oft weite Wege zurücklegt werden, um an eine Wasserquelle zu gelangen. Aber auch Menschen in Städten mangelt es an Wasser: Oft funktioniert die Versorgung mit Trinkwasser nur wenige Stunden am Tag und ist teuer. Brot für die Welt sorgt dafür, dass Menschen überall auf der Erde kostenlos sauberes Wasser haben.

Mehr über das Projekt zur Trinkwasserversorgung in Vietnam

Spenden von Brot statt Böller ermöglichen Zugang zu sauberem Wasser

Uwe Becker ist Beauftragter der Evangelisch-lutherischen Landeskirchen Hannovers und Schaumburg-Lippe für Brot für die Welt: „Mit den Spenden und Kollekten, die wir bekommen, helfen wir Menschen in armen Ländern dabei, einen Zugang zu sauberem Wasser zubekommen. Zum Beispiel unterstützen wir ein Projekt in Vietnam. Dort im Mekong-Delta müssen Dorfbewohner ihr Trinkwasser aus dem verschmutzten Fluss schöpfen, die Folgen sind Durchfall und andere Erkrankungen. Wir schaffen Abhilfe durch das bauen von Regenwassertanks. Regenwasser ist sauberer als Flusswasser und die Infektionserkrankungen durch verunreinigtes Flusswasser sind deutlich zurückgegangen“, erklärt Uwe Becker.

 „Wir werden oft etwas belächelt für diese „uncoole“ Aktion, das ist mir bewusst“, grinst Becker. „Es geht uns nicht darum, Feuerwerk zu verbieten. Silvester soll gefeiert werden. Wir möchten lediglich darauf hinweisen, wie viel Geld in Deutschland im wahrsten Sinne des Wortes jedes Jahr „verballert“ wird.  Im vergangenen Jahr waren es rund 137 Millionen Euro für Feuerwerksartikel. Das ist viel Geld und wir möchten dazu anregen die Menschen zu unterstützen, die zum Jahresende keinen Anlass zum Feiern haben.“

Er ergänzt: „Wir sind dankbar für jeden Euro, mit dem wir arme und ausgegrenzte Menschen unterstützen können. Schon jetzt ein herzliches Danke an diejenigen Gemeinden und Privatpersonen, die sich an der Aktion beteiligen.“

Öffentlichkeitsarbeit und Fundraising Brot für die Welt/Diakonie Katastrophenhilfe

"Teilen und Gemeinschaft sind wesentliche Glücksfaktoren."

bfdw_fuellkrug
Die Praesidentin des evangelischen Hilfswerkes "Brot fuer die Welt", Cornelia Fuellkrug-Weitzel; Bild: epd-bild/Norbert Neetz

Unter dem Motto „Brot statt Böller“ ruft das evangelische Hilfswerk Brot für die Welt zum Jahreswechsel wieder zu Spenden auf. „Brot statt Böller ist eine Einladung an alle, denen Silvesterfeuerwerk eher Unbehagen bereitet, weil hier Millionen Euro im wahrsten Sinne des Wortes verpulvert werden“, sagt Cornelia Füllkrug-Weitzel, Präsidentin von Brot für die Welt.

Die Idee: Statt Geld für Feuerwerk auszugeben für Menschen in Not zu spenden. Füllkrug-Weitzel: „Die Freude, mit Menschen zu teilen, währt länger als das kurze Funkeln am Nachthimmel.“

Dem Vorwurf „typisch protestantische Spaßverderber“ begegnet die Präsidentin des evangelischen Hilfswerks so: „Unserer Gesellschaft fehlt es nicht an Spaß oder Konsum. Vor lauter Spaßorientierung könnten wir verpassen, was das Leben an Glück und Freude bereithält. Glücksforscher sind sich einig: Teilen und Gemeinschaft sind wesentliche Glücksfaktoren. Teilen macht Freude, und dazu wollen wir ermutigen.“

Pressemitteilung von Brot für die Welt

Zur Internetseite von Brot für die Welt