Landesbischof Meister zu Besuch in Sögel und Bexhövede

Tagesthema 13. November 2017

Kirchengemeinden auf kreativen Wegen

Zwei ganz unterschiedliche Kirchengemeinden hat Landesbischof Meister im Rahmen seiner kleinen Tour im Vorfeld der Kirchenvorstandswahlen am 11. März 2018 besucht: Er war zu Gast in Sögel im Emsland und in Bexhövede in der Nähe von Bremerhaven. An beiden Orten war der Landesbischof beeindruckt von der Art und Weise, wie die leitenden Gemeindegremien ihre Kirchengemeinden fit machen für die Zukunft.

Die Kirchengemeinde Sögel ist eine der flächenmäßig größten Kirchengemeinden der Landeskirche: Über 30 Kilometer legt Pastor Matthias Voß zurück, wenn er von Surwold am einen Ende nach Klein Berßen am anderen Ende fährt. Trotzdem gelingt es dem Kirchenvorstand, dass in der Kirchengemeinde eine fast schon familiäre Atmosphäre spürbar wird. „Gemeindeleitung ist Teamarbeit von Haupt- und Ehrenamtlichen“, beschrieben die Kirchenvorsteherinnen und Kirchenvorsteher im Gespräch mit dem Landesbischof ein entscheidendes Kriterium für ihre erfolgreiche Gemeindearbeit. Bei den Sitzungen des Kirchenvorstands sind neben den gewählten Kirchenvorsteherinnen und Kirchenvorstehern und dem Pastor auch immer alle haupt- und nebenberuflich in Kirchengemeinde Tätigen dabei.

Dieses Verbundenheitsgefühl im Leitungsteam strahlt auch über die eigenen Gemeindemitglieder hinaus aus.  Eine intensive und vertrauensvolle Zusammenarbeit mit der katholischen Gemeinde gehört fest zum Gemeindeleben dazu. „Die Ökumene ist hier im Prinzip schon, wo wir sie uns wünschen: Dass Christen sich zusammen für Menschen einsetzen“, lobte Landesbischof Ralf Meister

"Sie vermitteln lebendig und authentisch christlichen Glauben."

Beim Besuch in Bexhövede bekam Landesbischof Ralf Meister gleich zu Beginn einen Eindruck von den Aufgaben, die der Kirchenvorstand aktuell zu bewältigen hat: Der Weg zum Gemeindesaal führte ihn in Bexhövede durch eine Baustelle, da das Gemeindehaus umfangreich saniert wird. „Unser Gemeindehaus platzt aus allen Nähten und ist sehr gut ausgelastet. Wir freuen uns deshalb, dass die Renovierungsarbeiten jetzt bald abgeschlossen sind“, berichtete Wilfried Geils, der seit fünf Jahren Vorsitzender des Kirchenvorstands ist. Den Gebäudebestand der Kirchengemeinde sieht er auf einem guten Weg, denn auch der Turm der Johannes-der-Täufer-Kirche, deren älteste Gebäudeteile aus dem 12. Jahrhundert stammen, ist eingerüstet und wird saniert.

Die Bauprojekte der Kirchengemeinde waren jedoch nur ein Teil der Arbeit, die der Kirchenvorstand in den vergangenen fünfeinhalb Jahren geleistet hat. Kraft und Zeit haben auch die strukturellen Veränderungen gekostet: Wie gelingt es, die Gemeindeglieder aus allen vier Orten der Kirchengemeinde in das Gemeindeleben einzubeziehen? Welche Gebäude sind für die künftige Gemeindearbeit nicht nur notwendig, sondern auch finanzierbar? Für die Kirchengemeinde bedeutete das, das Gemeindehaus in Sellstedt an die Kommune für die Einrichtung einer Krippe zu verkaufen.

All diese strukturellen und inhaltlichen Planungen erarbeitete und verantwortete der Kirchenvorstand gemeinsam. Während der Elternzeit von Pastorin Schilde haben die Kirchenvorsteherinnen und Kirchenvorsteher zudem auch Teile der Aufgaben übernommen, die sonst oft dem Pfarramt zugerechnet werden. Ein Team aus Kirchenvorsteherinnen und Kirchenvorstehern, weiteren ehrenamtlichen Mitarbeitenden und jugendlichen Teamerinnen und Teamern war im vergangenen Jahr zum Beispiel hauptverantwortlich für die Konfirmandenarbeit der Kirchengemeinde – und erhielt viel Anerkennung und Lob von den Konfirmandinnen und Konfirmanden und deren Eltern. „Ich finde das total überzeugend“, sagte Landesbischof Ralf Meister. „Sie haben Formen gefunden, die für die Konfirmandinnen und Konfirmanden richtig gut passen und so lebendig und authentisch christlichen Glauben vermittelt. Das ist großartig.“

Kanditatinnen und Kandidaten gesucht

In beiden Kirchengemeinden läuft aktuell die Suche nach Kandidatinnen und Kandidaten für die Kirchenvorstandswahlen am 11. März 2018. Sowohl in Sögel als auch in Bexhövede gibt es vorsichtigen Optimismus, dass es gelingt, genug Interessierte zu finden, die bereit sind, in der Kirchengemeinde Verantwortung zu übernehmen, um die erfolgreiche Gemeindearbeit fortzuführen.

Dass das gelingt, glaubt auch der Landesbischof: „Ich habe in beiden Kirchenvorständen sehr engagierte Menschen getroffen.  Sie arbeiten kreativ und mit großem Erfolg daran, die Weichen in ihrer Gemeindearbeit so zu stellen, dass sie um auch in Zukunft Kirche vor Ort und nah bei den Menschen sein können. Und ich ermutige Sie, diesen Weg weiterzugehen.“

Pressestelle der Landeskirche

Die Markus-Kirchengemeinde in Sögel

Die Markus-Kirchengemeinde in Sögel wuchs nach 1945 durch den Zuzug von Flüchtlingen von 50 auf über 1.200 Gemeindeglieder an. 1950 wurde die Markuskirche als "Notkirche" eingeweiht; 2001 wurde sie vom niedersächsischen Denkmalschutz zum Baudenkmal erklärt.

In den 70er und 80er Jahren des letzten Jahrhunderts kamen viele Ruheständler aus Nordrhein-Westfalen nach Sögel sowie die ersten Übersiedler aus dem Osten. Nach dem Fall der Mauer fanden Spätaussiedler aus der ehemaligen Sowjetunion, vorwiegend aus Kasachstan und Sibirien, in Sögel eine neue Heimat.

Heute gehören der Markuskirchengemeinde, die zum Kirchenkreis Emsland-Bentheim gehört, rund 2.300 Gemeindeglieder an.

Weitere Informationen zur Kirchengemeinde

Die Kirchengemeinde Bexhövede

Die Kirchengemeinde Bexhoevede liegt am Südostrand von Bremerhaven. Zu ihr gehören Gemeindeglieder aus den Dörfern Bexhövede, Donnern, Sellstedt und Stinstedt. Die Kirche der Gemeinde befindet sich in Bexhövede. Sie wurde im Jahre 1182 erbaut und auf den Namen Johannes des Täufers geweiht.

Angebote für Kinder und Familien bilden einen Schwerpunkt der Gemeindearbeit. Aktionen gibt es auch rund um den alten Pfarrgarten. So findet alle drei Jahre ein Tag des offenen Pfarrgartens statt mit einem Kunsthandwerkermarkt, einem Gartencafe, Musik und einem Kinderprogramm. Für die mittlere Generation gibt es Veranstaltungen wie z.B. Lesungen; für Seniorinnen und Senioren werden gibt es unterschiedliche Begegnungsangebote.
Zentraler Ort des Gemeindelebens ist das Gemeindehaus in Bexhövede, das aktuell grundlegend renoviert wird.

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