Bild: Thomas Lohnes/ epd-Bild

"Dach überm Kopf"

Tagesthema 16. Februar 2017

Wohnungslosenhilfe des Diakonischen Werkes zieht in neue Räumlichkeiten

Seit vielen Jahren sorgt die Diakonie mit ihrem Tagestreff dafür, dass Wohnungslose ein "Dach überm Kopf" haben. Nun steht ein Umzug an.

Die Diakonie in Hannover schafft eine zentrale Anlaufstelle für wohnungslose Menschen. Dafür mietet das Diakonische Werk zum 1. August eine neue Immobilie in der Innenstadt an. In der Berliner Allee erhalten dann die ambulante Beratungsstelle für Wohnungslose und der Tagestreff "DüK" ("Dach überm Kopf") ein neues Domizil. Beide Einrichtungen der Diakonie sind seit vielen Jahren in der Wohnungslosenhilfe tätig.

Die Beratungsstelle mit rund 2.000 Hilfesuchenden im Jahr braucht den Angaben zufolge mehr Platz. Immer mehr Menschen fragten dort nach Begleitung und Unterstützung. Dem Tagestreff "DüK" wurden im vergangenen Jahr seine bisherigen Räume gekündigt. Er wird täglich von rund 60 Menschen besucht. Sie können sich dort eine Mahlzeit zubereiten, duschen, ihre Kleidung waschen, Kontakte pflegen und Sozialarbeiter um Hilfe fragen.

"Wir freuen uns sehr, dass es uns gelungen ist, in der Mitte unserer Stadt eine gute Anlaufstelle für Wohnungslose gefunden zu haben", sagte Diakoniepastor Rainer Müller-Brandes. In Hannover gibt es nach Schätzungen der Diakonie rund 3.000 wohnungslose Menschen, darunter immer mehr Personen aus Osteuropa. Die Anlaufstelle der Straffälligenhilfe "Resohelp" mit rund 600 Klienten im Jahr sowie die Bekleidungsausgabe der Wohnungslosenhilfe mit jährlich 9.000 Besucherinnen und Besuchern werden ebenfalls in die neuen Räume umziehen. 

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Immer mehr junge Menschen im Westen sind obdachlos

Immer mehr junge Menschen im Westen Niedersachsens sind nach einer Erhebung der Zentralen Beratungsstelle Niedersachsen obdachlos. In einer Stichtagserhebung am 31. Oktober 2016 haben 336 Menschen unter 27 Jahren die Angebote der Wohungslosenhilfe bei den Regionalvertretungen Osnabrück und Oldenburg angenommen, teilte die Beratungsstelle mit. Das bedeute einen Anstieg im Vergleich zum Vorjahr um fast 50 Prozent. Jeder dritte Hilfesuchende zählte zu den Jugendlichen oder jungen Erwachsenen, erläuterte Christian Jäger von der Regionalvertretung Osnabrück.

Insgesamt wurden bei der Stichtagserhebung in Osnabrück und Oldenburg deutlich mehr Menschen gezählt als im Vorjahr. 1033 Personen nutzten an diesem Tag die Angebote der Wohnungslosenhilfe (2015: 848). Davon waren 860 Menschen aktuell wohnungslos, 173 Personen waren von Wohnungslosigkeit bedroht oder lebten in unzumutbaren Wohnverhältnissen.

Die Ergebnisse seien ein deutliches Zeichen dafür, wie groß der Bedarf an bezahlbarem Wohnraum auch auf dem Lande sei, betonte Jäger. Er forderte mit Blick auf die hohen Zahlen junger Menschen mehr präventive Angebote, um die Menschen aufzufangen, bevor sie in die Wohnungslosigkeit abrutschten.

epd

Herberge zur Heimat Himmelsthür

Die Herberge zur Heimat in Hildesheim will wohnungslos gewordenen Menschen schnelle Hilfe anbieten. Hilfesuchende ohne feste Bleibe können jederzeit und ohne Voranmeldung den Tagestreff "Lobby" besuchen. Hier besteht die Möglichkeit sich aufzuwärmen und auszuruhen, Beratung der Fachkräfte zu erhalten, sich Tagessätze auszahlen zu lassen oder auch seine Postadresse anzumelden.

In 20 möblierten Einzelzimmern können Wohnungslose eine Bleibe finden. Zwei Appartements für Durchreisende, Kranke und Wandergesellen gibt es ebenfalls in der stationären Einrichtung. Hier werden Bewohner nicht nur mit warmen Mahlzeiten und frischen Klamotten versorgt, sondern auch durch gut geschulte Sozialarbeitende langfristig betreut, um wieder ein eigenständiges Leben zu erlangen. Gemeinsam mit den Bewohnern plant und organisiert das Team, wie Wohn- und Lebensraum neu gestaltet werden kann. 

Herberge zur Heimat

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