Ehrenamt

Bildausschnitt "33"

18. April 2014

Tagesthema

Karfreitag

Meditation zu Karfreitag 2014 über Asta Rode, „33“

Asta Rode, "33", Ölzeichnung und Schlagmetall auf Leinwand, 2013

„33“
der Titel lässt mich stolpern
Das Alter der Künstlerin?
Des Models?
Oder das Jahr 33 n. Chr.? SEIN Alter?
Übersetzt in unsere Zeit?

Als ob der Hintergrund Blattgold wäre
Bestechend unscharf
Doch ich kann der Leuchtkraft nicht ausweichen
Mittendrin ein M… – nein, eine Frau!
Wie?
Was?
Eine Frau?
Im Freizeitdress?
Kniebundhose
Ringelshirt
Sonnenbrille hochgeschoben
Haare zerzaust
Die ikonographische Haltung aber erzählt eine andere Geschichte
Oder tanzt sie einen Sirtaki?
Aus dem Alltag geradelt
Mitten im Sommer
Mitten im Leben
Plötzlich der Gekreuzigte
Die Gekreuzigte
Das irritiert
Lässt mich stolpern
Wie die „33“

Das Gold der Altarbilder
Die Farbe erzählt von der Nähe Gottes
Von seiner Gegenwart
Aber Frauen?
Die stehen sonst nur unterm Kreuz
Beweinen
Beklagen
Balsamieren
Hier ist SIE am Kreuz
Die Tochter Gottes
Klingt fremd, feministisch
Ob das Bild nicht stört?
Hoffentlich! hoffe ich

Gold – ganz traditionell
Gott bildet die Grundlage, trägt das Geschehene – das Geschehende
In seinem Spiegel reflektiert sich die Geschichte neu
Wird gebrochen
In tausend Facetten
Sehe den Menschen
Sehe sie
Als ob sie seinen Spuren folgt und versucht seinen Weg zu gehen – zu verstehen – nachzuspüren
Denn wir wissen – sie weiß – ich weiß
Dass die Geschichte dort nicht endet
Das Bild lässt mich stolpern
Lässt mich innehalten
Bremst mich aus
Lässt mich hinschauen
Verändert meine Sicht
Wie sein Leiden Gott verändert hat
und
mein Bild von Ihm.

Landesbischof Ralf Meister
 

Mit dem Karfreitag klar bleiben

Das Evangelium an Karfreitag

Lutherrose

Sie nahmen ihn aber und er trug sein Kreuz und ging hinaus zur Stätte, die da heißt Schädelstätte, auf Hebräisch Golgatha. Dort kreuzigten sie ihn und mit ihm zwei andere zu beiden Seiten, Jesus aber in der Mitte. Pilatus aber schrieb eine Aufschrift und setzte sie auf das Kreuz; und es war geschrieben: Jesus von Nazareth, der König der Juden. Diese Aufschrift lasen viele Juden, denn die Stätte, wo Jesus gekreuzigt wurde, war nahe bei der Stadt. Und es war geschrieben in hebräischer, lateinischer und griechischer Sprache. Da sprachen die Hohenpriester der Juden zu Pilatus: Schreib nicht: Der König der Juden, sondern dass er gesagt hat: Ich bin der König der Juden. Pilatus antwortete: Was ich geschrieben habe, das habe ich geschrieben. Als aber die Soldaten Jesus gekreuzigt hatten, nahmen sie seine Kleider und machten vier Teile, für jeden Soldaten einen Teil, dazu auch das Gewand. Das war aber ungenäht, von oben an gewebt in einem Stück. Da sprachen sie untereinander: Lasst uns das nicht zerteilen, sondern darum losen, wem es gehören soll. So sollte die Schrift erfüllt werden, die sagt (Psalm 22,19): „Sie haben meine Kleider unter sich geteilt und haben über mein Gewand das Los geworfen.“ Das taten die Soldaten.

Es standen aber bei dem Kreuz Jesu seine Mutter und seiner Mutter Schwester, Maria, die Frau des Klopas, und Maria von Magdala. Als nun Jesus seine Mutter sah und bei ihr den Jünger, den er lieb hatte, spricht er zu seiner Mutter: Frau, siehe, das ist dein Sohn! Danach spricht er zu dem Jünger: Siehe, das ist deine Mutter! Und von der Stunde an nahm sie der Jünger zu sich. Danach, als Jesus wusste, dass schon alles vollbracht war, spricht er, damit die Schrift erfüllt würde: Mich dürstet. Da stand ein Gefäß voll Essig. Sie aber füllten einen Schwamm mit Essig und steckten ihn auf ein Ysoprohr und hielten es ihm an den Mund. Als nun Jesus den Essig genommen hatte, sprach er: Es ist vollbracht!, und neigte das Haupt und verschied.

Johannes 19,16-30