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Bild: Jens Schulze

„Für den lebendigen Gott“

Tagesthema 04. März 2014

Aschermittwoch und Passionszeit

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Aschekreuz. Bild: Jens Schulze

Mit dem Aschermittwoch am 5. März beginnt die rund 40-tägige Fasten- oder Passionszeit vor Ostern (20. April). Der Verzicht auf Speisen und Getränke wie Fleisch und Wein oder auch auf den Fernsehkonsum gilt als Symbol der Buße und der spirituellen Erneuerung. In den sieben Wochen vor dem Osterfest nehmen sich viele Christen zudem mehr Zeit für Ruhe, Besinnung und Gebet, um sich selbst und Gott näherzukommen.

In der katholischen Kirche, aber auch in manchen evangelischen Kirchen, zeichnet der Geistliche ein Aschekreuz als Symbol der geistigen Reinigung und der Vergänglichkeit auf die Stirn der Gottesdienstbesucher. In der evangelischen Kirche beteiligen sich jedes Jahr mehr als zwei Millionen Teilnehmer an der Fasteninitiative „7 Wochen Ohne“, um aus gewohnten Konsum- und Verhaltensweisen auszusteigen und neue Lebensziele zu finden. In diesem Jahr steht sie unter dem Motto „Selber denken! Sieben Wochen ohne falsche Gewissheiten“.

Fastenzeiten sind in fast allen Religionen bekannt, so etwa der Fastenmonat Ramadan im Islam. Am Ende der Winterzeit fasten viele Menschen allerdings auch mit dem Wunsch nach ganzheitlichem Wohlbefinden. Viele schwärmen zugleich von einer geistigen Freiheit während des Nahrungsverzichts.

epd

Gedanken zum Aschermittwoch

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Aschekreuz. (Symbolbild) Bild: Jens Schulze

„Carne vale! - Fleisch, lebe wohl!“ Die Passionszeit beginnt. Fastenzeit. 40 Tage bis Karsamstag. Die Sonntage zählten seit alters her nicht hinzu, denn an ihnen wurde nicht gefastet.

40 Tage Wegstrecke bis zum Osterfest. Sonntag für Sonntag wird uns ein Bibeltext begleiten, der uns hinführt in die Leidenszeit Jesu. Wir sind also in der Vorbereitung.

7 Wochen ohne, 7 Wochen anders, 7 Wochen mit... Wie man für sich die Zeit auch definiert, die Grundmelodie der vor uns liegenden 40 Tage ist gleich: Es geht um unser Verhältnis zu Gott. Nicht der Verzicht auf Alkohol, Schokolade oder Fleisch steht wirklich im Vordergrund. Fastenzeit ist nicht zuerst eine diätische Übung, sondern eine Arbeit an der inneren Haltung.

Überzeugungsarbeit, Reinigung, Erfahrung. Tage des Nachdenkens über Versuchungen des Lebens. Das Leben schmeckt anders in diesen Wochen, wenn man nicht nur das alltäglich-Äußerliche infrage stellt, sondern durch Fasten und Meditation auch seine innere Haltung zu sich, zu Gott und zu dieser Welt überprüft.

Fastenzeit, eine Zeit des Loslassens. Bilder loslassen, die ich mir gemacht habe, von mir, meinem Leben, meiner Beziehung, meinem Gott. Wegkommen von dem, was mir den Blick verbaut für neue Ideen, die in mir schon lange schlummern. Für die Schönheit, die die lange Beziehung immer noch hat. Für den lebendigen Gott, der sich nicht nach unseren kleinen Vorstellungen richtet, sondern Pläne mit uns hat.

Fastenzeit, eine Zeit für neue Namen. Namen, die in der Dürre ihren Ursprung haben: „Und der HERR wird dich immerdar führen und deine Seele sättigen in der Dürre und deine Gebeine stärken; und du wirst sein wie ein gewässerter Garten und wie eine Wasserquelle, welcher es nimmer an Wasser fehlt; und soll durch dich gebaut werden, was lange wüst gelegen ist; und wirst Grund legen, der für und für bleibe; und sollst heißen: Der die Lücken verzäunt und die Wege bessert, dass man da wohnen möge.“ (Jes. 5,12). Lückenverzäunerin. Wegeverbesserer. Rückenstärkerin. Ideenentwickler.

Welchen neuen Namen möchten Sie in den kommenden Wochen bekommen?

Pastorin Silvia Mustert

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