Ehrenamt

Bilder: Andrea Horn / Dethard Hilbig

 

Bilder: Andrea Horn / Dethard Hilbig

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17. Februar 2013

Tagesthema

Blick zurück - Kongress „kirchehochzwei“

Rund 1000 Christen diskutieren bei ökumenischem Kongress über die Zukunft der Kirchen

Gespannte Zuhörer in den Plena. Bild: Andrea Horn

In den Foren herrschte konzentrierte Arbeitsstimmung, aufmerksam wurde zugehört und beherzt für Positionen gestritten. Laien und Theologen verschiedener Konfessionen standen beieinander und berichteten von ihren Erfahrungen. Drei Tage lang diskutierten rund 1000 Teilnehmer auf dem hannoverschen Messegelände über die Zukunft der Kirche. Bei dem ökumenischen Kongress „Kirche hoch zwei“ ging es unter anderem um die Frage, welche „Qualifikationen“ ein Pfarrer in Zukunft mitbringen muss, um für seinen Glauben zu begeistern. Es wurde darüber beraten, wie das Gemeindeleben auf dem Land auch ohne eigenen Gemeindepfarrer aufrecht erhalten werden kann oder wie sich eine Kirche in der säkularisierten Großstadt Gehör verschaffen will. Auch Jugend- und Citykirchen stellten ihre Konzepte vor.

Gemeinsame Pressearbeit: Stefanie Arnheim (links) und Michael Lukas. Bild: Dethard Hilbig.

Die evangelisch-lutherische Landeskirche Hannovers und das katholische Bistum Hildesheim wollten als Veranstalter dabei von den Erfahrungen der anglikanischen Christen lernen, die sich seit einigen Jahren verstärkt Gedanken um eine Modernisierung der kirchlichen Angebote machen. Der geistliche Vizepräsident des hannoverschen Landeskirchenamtes, Arnd de Vries, sagte, die Initiativen aus England zeigten, wie erfolgreich neue Formen der Glaubensvermittlung sein könnten. „Wenn mehr als 50 Prozent Wahrscheinlichkeit besteht, dass es etwas erfolgreich ist, dann werden wir es fördern“, versprach er im Forum „Church meets future“. Der Theologe warnte jedoch davor, andernorts gelingende Ideen eins zu eins kopieren zu wollen. „Da heißt es: Kapieren statt kopieren.“ Die Angebote müssten von der Gemeinde her wachsen und sich genau an den Bedürfnisse ausrichten.

Im Foyer des „Convention Centers“ der Messe präsentierten einige Initiativen ihre vielfältigen Ansätze. Ein besonderer Hingucker war der Stand des „Sinnenpark“, der wie ein Basar im Nahen Osten wirkte. Das Projekt innerhalb der badischen Landeskirche arbeitet auch im heimischen Linkenheim-Hochstetten mit aufwendiger Kulisse, Musik und Düften. Besucher ihrer „Zeitreisen“ würden eingeladen, das Wunder der Auferstehung wahrhaftig „zu erleben“, erläuterte Gemeindediakon Lutz Barth. Doch auf plumpe Show werde nicht gesetzt: „Unser Angebot will einen leichten Zugang ermöglichen“, sagte er. Die Inhalte, die vermittelt würden, seien jedoch auch für Gläubige nur schwer zu fassen: Gott komme auf die Erde und sterbe aus Liebe zu den Menschen. „Das überhaupt glauben zu können – das ist doch das größte Wunder.“

Von Thomas Paterjey (Evangelische Zeitung)

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Kongressveranstalter wollen mehr Ökumene

Ankommen um aufzubrechen. Bild: Andrea Horn

Der Kongress „Kirche hoch zwei" in Hannover hat nach Angaben der Initiatoren einen starken ökumenischen Impuls gesetzt und Protestanten und Katholiken einander näher gebracht. „Der Kongress hat gezeigt, das wir das, was wir zusammen tun können, auch zusammen tun sollten", sagte die katholische Ökumene-Referentin Dagmar Stoltmann-Lukas aus Hildesheim am Sonnabend zum Abschluss der Veranstaltung. „Wir nähern uns einander an, ohne unser Profil zu verlieren." Wenn die Kirchen voneinander lernten, könnten sie in ihrer täglichen Arbeit besser werden.

Zu dem dreitägigen Kongress hatten sich insgesamt rund 1.300 Protestanten und Katholiken getroffen, um über neue Wege der Kirche in die Zukunft zu beraten. Die Evangelisch-lutherische Landeskirche Hannovers und das katholische Bistum Hildesheim hatten erstmals zu einer solchen gemeinsamen Veranstaltung eingeladen. Referenten stellten innovative Projekte vor wie einen „Glaubenskurs in der Kneipe", „Volkskirche trifft Popmusik" oder „Verkündigung zwischen Frittenbude und Tattoostudio".

Der evangelische Ökumene-Referent Dirk Stelter aus Hannover sagte, viele Menschen sehnten sich nach einer Kirche, die nahe bei ihrem Alltag sei. Davon habe der Kongress viele Beispiele und Geschichten erzählt. Protestanten und Katholiken dürften sich nicht nur mit sich selbst beschäftigen.

epd

Mehr über den Kongress online

Ein furioser Start:
Preacher-Slam

Livebilder vom Kongress

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