Streichhölzer verschiedener Farbe

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Gentechnik

Gegen gentechnisch verändertes Saatmaterial

Halbreife Ähren
Gentech-Pflanzen könnten den biologischen und konventionellen Anbau verunreinigen. Bild: Jens Schulze

Die hannoversche Landeskirche empfiehlt ihren landbesitzenden Kirchengemeinden, in Pachtverträgen den Anbau gentechnisch veränderter Saaten und Pflanzen zu untersagen. Die Risiken seien nicht abschätzbar, kritisierte der Landwirtschaftsexperte der hannoverschen Landeskirche, Karl-Heinz Friebe, bei einer Podiumsdiskussion im Kirchenkreistag Buxtehude. In der Landeskirche besitzen Friebe zufolge etwa 1.300 Gemeinden rund 35.000 Hektar Land.

Die Synode der Landeskirche hatte vor einem Jahr eine entsprechende Empfehlung verabschiedet, hatte dabei aber gleichzeitig eine unabhängige Grundlagenforschung begrüßt. Kirchenrechtlich soll sich die Verpachtung nach theologischen, sozialen, wirtschaftlichen und ökologischen Belangen richten. Die letzte Entscheidung darüber, welche Flächen an wen und unter welchen Bedingungen verpachtet werden, trägt der Kirchenvorstand der jeweiligen Gemeinde.

Einmal in die Welt gesetzte gentechnisch veränderte Pflanzen seien nicht rückholbar, sagte Friebe. Gentech-Pflanzen könnten den biologischen und konventionellen Anbau verunreinigen. Eine Wahlfreiheit gebe es dann nicht. Deshalb sei ein Nebeneinander von Landwirtschaft mit und ohne Gentechnik kaum möglich. Die langfristigen ökologischen Folgen der „grünen Gentechnik“ seien bis heute nicht abschätzbar.

Zudem werde der Markt weltweit von wenigen Konzernen kontrolliert, was zu Abhängigkeiten führe, die Bauern vor allem in den Entwicklungsländern bedrohten. Der Sprecher der Saatgut-Firma Pioneer Hi-Bred Northern Europe in Buxtehude, Heinz Degenhardt, widersprach Friebe. Gentechnisch veränderte Saaten seien durchaus rückholbar. Sie könnten überdies Erträge erheblich steigern, seien unempfindlicher gegen Trockenheit und Schädlinge und bräuchten weniger Düngemittel. Pioneer gehört zum US-amerikanischen Saatgut-Riesen DuPont.

Der Vizepräsident des Landvolkes in Niedersachsen, Heinz Korte, ergänzte, gentechnisch veränderte Saaten spielten in Norddeutschland keine Rolle. Außerdem gebe es unter den Verbrauchern erhebliche Vorbehalte gegenüber der "grünen Gentechnik". Die meisten der 22 evangelischen Landeskirchen in Deutschland sind gegen den Anbau gentechnisch veränderter Pflanzen. Erst kürzlich hatte die Kammer für Umweltfragen der braunschweigischen Landeskirche empfohlen, von der Aussaat Abstand zu nehmen.

epd

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