Aktionen und Projekte
Rosenstraße - häusliche Gewalt hautnah
Gewalt geschieht in vertrauten Räumen. Rosenstraße 76 ist eine interaktive Ausstellung, in der die Besucherinnen und Besucher unterschiedlichen Formen häuslicher Gewalt begegnen. Auf den ersten Blick scheint man eine gewöhnliche Wohnung zu betreten. Anhand der Einrichtungsgegenstände und angehängter Beschreibungen wird schnell deutlich, dass die vertrauten vier Wände ein unbemerkter Ort des Schreckens sein können.
Initiative „Für Demokratie - gegen Rechtsextremismus“
Die rechtsextreme Szene ist vielschichtiger geworden. Längst stimmt das Image der Glatzen und Bomberjacken nicht mehr: von Kinderfesten bis zu Hausaufgabenhilfen, Mitarbeit in Elternvertretungen an Schulen und Vereinsvorständen – rechtsextreme Weltanschauung dringt von den Rändern in die Mitte der Gesellschaft vor. Am 10. Dezember 2010 wurde eine Initiative „Kirche für Demokratie - gegen Rechtsextremismus“ der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers in Bad Nenndorf gegründet. Ein Sprecherrat von 12 Personen aus kirchlichen Gruppen und zivilgesellschaftlichen Bündnissen wurde gewählt und hat die Arbeit aufgenommen.
Schritte gegen Tritte
Entstanden in Südafrika, nutzt das ganztägige Gewaltpräventionsprojekt „Schritte gegen Tritte“ Erfahrungen aus der Anti-Apartheidsarbeit und setzt diese interaktiv in die Erfahrungswelt in Niedersachsen lebender Jugendlicher um.
Landeskirchlicher Fonds „Frieden stiften“
Der Fonds „Frieden stiften“ ist nach dem Beschluss der 24. Landessynode vom 26. November 2010 durch das Landeskirchenamt und das Haus kirchlicher Dienste der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers aus einer regelmäßigen landeskirchlichen Kollekte eingerichtet worden. Kirchengemeinden, Kirchenkreise und anderen kirchlichen Einrichtungen werden dadurch bei der Durchführung friedensstiftender und gewaltpräventiver Projekte ermutigt und unterstützt. Mit dem Fonds „Frieden stiften“ sollen konkrete Projekte zur Überwindung von Gewalt gefördert werden, insbesondere wenn kirchliche Einrichtungen und Initiativen im Einzugsbereich der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers mit ihrem gesellschaftlichen Umfeld kooperieren.
Musik gegen rechte Gewalt
Die Macher dieser CD im Kirchenkreis Hittfeld verstehen die Musik als Gegenentwurf zu den in den letzten Jahren häufig auftauchenden Schulhof CDs der rechten Szene. Man will die CD jedoch nicht an Schulen verteilen, sondern den Konfirmanden sowie interessierten Jugendlichen als Geschenk der Evangelischen Jugend überreichen. Konfirmanden, Jugendliche und junge Erwachsene sollen über die CD einen eigenen Zugang zu den Themen Rechtsextremismus, rechte Gewalt und ihrer Aktualität in unserem Alltag finden.
Der hannoversche Landesbischof Ralf Meister lobt das Projekt als „hervorragende Idee“. Wichtig sei es, Jugendliche mit ihren eigenen Kulturformen anzusprechen. „Da ist Musik ein Teil.“ Jugendbands aus dem Sprengel Lüneburg der hannoverschen Landeskirche haben 13 Titel eingespielt. Sie hatten sich bei einem Wettbewerb für das Projekt beworben und haben vielfach eigene Texte verfasst. „Schluss mit Gewalt - Schluss mit brauner Ideologie - Die Menschheit lebt von der Vielfalt“, lautet den Angaben zufolge ihr gemeinsames Thema.
Mehr Informationen über die CDProtest gegen Rechtsextremismus
Auf Antrag des Synodalen Superintendent Philipp Meyer (Hameln) hat die hannoversche Landessynode folgenden Wortlaut mehrheitlich beschlossen:
„Für Christinnen und Christen ist der Protest gegen Rechtsextremismus – gegen rassistische, antisemitische und antidemokratische Einstellungen – eine unabweisbare Verpflichtung. Sie ergibt sich aus der Überzeugung, dass alle Menschen Gottes geliebte Kinder sind. Christinnen und Christen setzen sich daher für Demokratie und Menschenwürde ein.
Die Landessynode der hannoverschen Landeskirche ermutigt alle Bürger unseres Landes, sich friedlich, aber mit Nachdruck gegen menschenfeindliche und rechtsextreme Ideologien und Aktivitäten zu wenden.“
Frieden setzt Visionen heraus
Predigt des Bischofsvikars Hans-Hermann Jantzen zur Eröffnung der Tagung der EKD-Synode in Hannover: „Schritte gegen Tritte“ nennt er als ein Beispiel, sich gegen Gewalt zu engagieren.
Arbeitsfeld „Frieden“
„Selig, die Frieden stiften, denn sie werden Gottes Kinder genannt werden.“ (Mtth.5,9). Aus dieser biblischen Verheißung bezieht christliche Friedensarbeit ihre Kraft und ihre Vision.
Eine wichtige Adresse: Das Antikriegshaus
Die Dokumentationsstätte zu Kriegsgeschehen und über Friedensarbeit - Antikriegshaus - wurde 1978 als Friedenszentrum auf historischem Boden gegründet: Hier fand am 9. Juli 1553 die Schlacht von Sievershausen statt, deren Ausgang bedeutsam für den Fortgang der Reformation war. Mit dem Bau des Antikriegshauses wurde die hier bereits seit Mitte der 1960er Jahre von Klaus Rauterberg betriebene Friedensarbeit intensiviert. Das Antikriegshaus hat sich zu einem lebendigen Veranstaltungszentrum mit einem vielfältigen Programm entwickelt, das unser Verständnis von Friedensarbeit als politischer, historischer und kultureller Aufgabe widerspiegelt. Hier finden regelmäßig Ausstellungen, Vorträge, Autorenlesungen, Musik-, Theater- und Kleinkunstaufführungen statt.
Initiative gegen rechtsextreme Gewalt
Die hannoversche Landeskirche Hannovers will ihr Engagement gegen Rechts weiter ausbauen. Deswegen tagte die Vollversammlung der Initiative "Kirche für Demokratie - gegen Rechtsextremismus" zum ersten Mal. Der Friedensbeauftragte Klaus Burckhardt will Mut machen zum Bekenntnis gegen Rechts und zur praktischen Arbeit. Berichte in Ton, Bild und Wort...
Angebote für Kirchengemeinden und Schulen
Der Wert des Friedens, die Schrecken und Kosten des Krieges und der Gewalt müssen in jeder Generation wieder aufs Neue vermittelt werden. Deshalb möchten wir Möglichkeiten des friedlichen und konstruktiven Umgangs mit Konflikten aufzeigen und erfahrbar machen.
Wir möchten für Probleme und Missstände sensibel machen und gleichzeitig Perspektiven bieten. Wir möchten junge Menschen neugierig machen auf die Welt, in der sie leben. Und wir möchten zur Mitgestaltung und zur Übernahme von Verantwortung anspornen.